In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Krank im Urlaub ist häufig kein Zufall
- Vorbeugen mit sorgfältiger Planung vor dem Urlaub
- Langsamer Start am Urlaubsort
- Nach dem Urlaub wieder Urlaubsreif
Krank im Urlaub ist häufig kein Zufall!
Herrlich, die Fahrt ist geschafft, das Zimmer bezogen, die Sonne scheint und das Meer lockt. Jetzt kann der Urlaub richtig anfangen. Und dann das: Bauchweh, Fieber und Bettruhe statt Strand, Stadtbummel und Sport. Das ist häufig kein Zufall. Denn gerade vor der Reise, wenn zu Hause noch einiges vorzubereiten ist und im Job viel erledigt werden muss, stehen viele unter Hochspannung. Sie können es sich einfach nicht leisten, jetzt krank zu werden. Wenn doch eine Grippe im Anmarsch ist, werden notfalls ein paar Pillen eingeworfen und alle Reserven mobilisiert. In dieser Zeit verausgabt sich das Immunsystem. Lässt die Anspannung im Urlaub dann allmählich nach, macht es eine Pause.
Seelische Parallele zur Entlastungsdepression
Es gibt zu diesem wenig erforschten körperlichen Phänomen eine seelische Parallele. Wenn alle anstehenden Probleme eigentlich gelöst sind oder die Prüfung bestanden ist, tritt nämlich die so genannte Entlastungsdepression auf. Schuld an diesem Zustand sind schlicht und einfach Hormone, die der Körper unter Stress ausschüttet.
Doppelte Enttäuschung - Schlechte körperliche Verfassung & verpatzter Urlaub
Wer im Urlaub krank wird, ist doppelt gestraft, denn zur schlechten körperlichen Verfassung kommt die Enttäuschung über die verpatzten Ferien noch hinzu. Zusätzlich plagt einen dann die Unsicherheit im Ausland: Taugt der Arzt im Urlaubsort auch was? Kann ich ihm auch ohne Sprachkenntnisse klar machen, was mir fehlt?
Vorbeugen mit einer sorgfältigen Planung vor dem Urlaub
Das Wohlergehen am Ferienort muss keine Glückssache sein. Man kann schon lange vor dem Urlaub viel dafür tun. Zum Beispiel lassen sich dauerhaftes Zahnweh oder wackelnde Kronen mit einem Zahnarzttermin drei Wochen vor Beginn der Reise vermeiden. Für Menschen die häufiger Medikamente benötigen bzw. unter Migräne-Attacken, Sonnenallergien oder Blasenentzündungen leiden, ist vor dem Urlaub ein Besuch beim Hausarzt Pflicht. Der Arzt kann dann für alle Fälle die nötigen Arzneimittel verordnen.
Ausreichend Zeit einplanen, um einen hektischen Aufbruch zu umgehen
Die Reise sollte außerdem sorgfältig geplant sein. Denn schon bei einem hektischen Aufbruch, steigt bei manchen der Adrenalinspiegel bedenklich. Zudem können Auslöser für Fieber durchaus zu viele Stresshormone im Blut sein, die nachweislich die Abwehr schwächen. Deshalb sollte unbedingt ausreichend Zeit eingeplant werden, um in aller Ruhe die Koffer packen zu können und die Wohnung ferienklar zu machen. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn der Urlaub schon ein paar Tage vor dem eigentlichen Abreisetermin beginnt. So bleibt z. B. noch genügend Zeit für letzte Einkäufe oder um dem Nachbarn den Schlüssel für den Briefkasten zu bringen. Daher sollte der Aufbruch zum Ferienziel nicht auf einen Freitag der letzten Arbeitswoche gelegt werden. Besser ist es gemütlich am Sonntag zu starten. Meist bleiben Autofahrern dann auch zusätzliche Stresshormonschübe wegen Staus erspart.
Entspannte Autofahrt - Ausgeschlafen & gut gefrühstückt die Reise antreten
Ist der Urlaub mit dem Auto geplant, kann schon im Vorfeld für eine stressfreie Fahrt gesorgt werden. Im Klartext heißt das, die Autofahrt ausgeschlafen antreten, nicht mit leeren Magen starten, direkt vor und während der Fahrt keine fettreichen, schwerverdaulichen Speisen verzehren, unbedingt Alkohol vermeiden und ausreichend Getränke zum Durstlöschen (Tees, kohlensäurearme Mineralwässer) mitnehmen.
Regelmäßige Pausen einlegen
Bei längeren Autofahrten sollten dann ca. alle zwei bis drei Stunden kleine Pausen zur Entspannung und Stärkung eingelegt werden. Als ideale Zwischenmahlzeit bieten sich frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornbrote oder -brötchen an. Es eignen sich aber auch Milchprodukte wie Joghurt oder Quark. Zudem empfehlen sich am Rastplatz kleine Dehn- und Lockerungsübungen für die verspannten Muskeln, da sich der Körper während langer Autofahrten immer in der gleichen Sitzposition befindet und die Muskeln sich dadurch verkrampfen. Die Pausen helfen aber nicht nur sich wieder fit zu fühlen, sondern reduzieren gleichzeitig die Unfallgefahr auf der Straße.
Ingwer-Präparate oder Akupressurarmbänder gegen Übelkeit
Viele Menschen leiden bei längeren Autofahrten zudem unter Übelkeit. Auch in diesen Fällen sind regelmäßige Pausen, in denen frische Luft getankt wird und man sich die Beine vertreten kann, eine gute Abhilfe. Gegen Reiseübelkeit helfen aber auch Ingwer-Präparate oder so genannte Akupressurarmbänder.
Kontrolle des Verbandskastens erspart im Notfall böse Überraschungen
Weiterhin ist es wichtig, vor der Abreise auch einen Blick in den Verbandskasten zu werfen. Ist er noch vollständig? Sind die Artikel noch steril verpackt und funktionsfähig? Überaltertes Verbandsmaterial sollte dann durch Neues ersetzt werden.
Stressfreier Flug - Bequeme Kleidung und Fußgymnastik verhindert Thrombosegefahr
Wer sich für eine Reise mit dem Flugzeug entscheidet, sollte vor allem bequeme Schuhe und Kleidung tragen. Gerade bei Langstreckenflügen ist es wichtig, möglichst jede Stunde den Sitz zu verlassen und ein paar Schritte im Kabinengang auf und ab zu gehen. Das sorgt für eine gute Durchblutung und verhindert außerdem die Gefahr einer Thrombose. Zusätzliche Fußgymnastik (z. B. die Zehen anziehen und wieder strecken) verbessert ebenfalls die Durchblutung.
Viel Flüssigkeit & Salzwasser-Nasenspays halten Krankheitserreger fern
Um die trockene Luft im Flugzeug zu kompensieren, muss viel getrunken werden. Jedoch kein Alkohol und möglichst wenig Kaffee. Vorbeugend gegen trockene Schleimhäute helfen Meersalz-Nasensprays, welche die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen. Gegen Halskratzen während des Fluges empfehlen sich Thymian-Pastillen. So haben Krankheitserreger keine Chance.
Kaugummi kauen oder Ear Planes bei Problemen mit dem Druckausgleich
Kinder haben häufig Probleme mit dem Druckausgleich beim Start und der Landung. Deshalb sollten Kleinkinder am besten etwas trinken (Säuglinge stillen oder Fläschchen geben) und größere Kinder einen Kaugummi kauen. Es helfen aber auch spezielle Ohrstöpsel, so genannte Ear Planes, welche dafür sorgen, dass den Kleinen der Druckausgleich beim Start- und Landeanflug leichter fällt und sie ohne Ohrenschmerzen den Flug überstehen.
Langsamer Start am Urlaubsort
Angekommen am Urlaubsort, heißt es erstmal ruhig angehen lassen. Auch wenn man nur eine Woche bleiben kann oder zahlreiche Sport-Aktivitäten im Preis mit inbegriffen sind. Denn gerade bei Fernreisen kann übermäßiger Aktionismus gefährlich sein. Wer zum Beispiel in Kalifornien um fünf Uhr nachmittags zum Schwimmen an den Strand geht, vergisst schnell, dass es für seine innere Uhr drei Uhr nachts ist. Um diese Zeit läuft der Kreislauf auf Sparflamme, so dass körperliche Belastung auch bei gesunden Menschen zum Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen führen kann.
Erst an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen dann aktiv werden
Bei zwei oder mehr Wochen Urlaub empfiehlt es sich daher, die erste Woche für Entspannung und zum Relaxen zu nutzen, um den Körper langsam an den neuen Tagesrhythmus zu gewöhnen. So kann die nähere Umgebung zu Fuß erkundet und viel geschlafen werden. Zudem sollte man einen Strandbesuch zur Mittagszeit meiden. Denn niemand möchte schließlich tagelang im Hotelzimmer hocken, weil man sich einen Sonnenstich oder einen starken Sonnenbrand geholt hat. Die zweite Woche ist dann ideal für Unternehmungen wie Tagesausflüge oder spaßbetonte Sportprogramme. Denn dem Körper tut ein Mix aus entspannen und aktiv sein besser, als immer nur faulenzen.
Nach dem Urlaub wieder Urlaubsreif - Körper & Seele in Ruhe ankommen lassen
Wer dann noch gute Chancen haben möchte, nicht schon nach der ersten Arbeitswoche wieder urlaubsreif zu sein, sollte die letzten paar Urlaubstage gemütlich zu Hause verbringen und Körper und Seele in Ruhe wieder ankommen lassen.