In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Durchfall
- Reiseübelkeit
- Sonnenstich
- Insektenstiche
- Verstauchungen/Prellungen
- Blasen
- Wunden
- Ohnmacht
- Verbrennungen
- Quallen
- Wann zum Arzt?
Durchfall - Nur Durchgegartes essen & auf offene Speisen & Getränke verzichten
Dieser gehört wohl zu den häufigsten Erkrankungen im Urlaub. Ungewohnte Nahrungsmittel oder verdorbene Lebensmittel verursachen oft Durchfälle. Daher sollte in Urlaubsländern nur Durchgegartes gegessen und viel Mineralwasser getrunken werden. Des Weiteren empfiehlt es sich, auf Speiseeis, Eiswürfel, offene Fruchtsäfte oder Kostproben an Straßenständen grundsätzlich zu verzichten. Ist man trotz dessen nicht von einem Durchfall verschont geblieben, können Kohletabletten oder andere Mittel gegen Durchfallerkrankungen helfen. Zudem muss reichlich stilles Wasser oder Tee getrunken werden. Alle zwei Stunden eine Banane essen, kann zusätzlich zur schnellen Besserung beitragen. Vermeiden sollte man dagegen schwer verdauliches Essen (z. B. Hülsenfrüchte), fettes, eiweißreiches oder scharf gewürztes Essen, Kaffee, Alkohol, Milch, Eis und Kohlensäure.
Reiseübelkeit - Ingwer & Reisekaugummis helfen
Meist hilft bei Reiseübelkeit schon das Kauen einer Kaffeebohne, Ingwer oder Reise-Kaugummis. Chemische Mittel wie Antimetika und Prokinetika werden am besten von einem Arzt verordnet. Außerdem hat sich auch das Tragen eines Akupressur-Bandes bewährt.
Sonnenstich - Feuchte Tücher, Flüssigkeit zuführen & Luft zufächern
Vor allem wenn man zu wenig getrunken hat, belastet heißes Wetter das Kreislaufsystem. Die Schweißdrüsen geben nicht mehr genügend kühlenden Schweiß ab und das Blut wird dicker. Typische Symptome sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durst, Hitzestau im Körper mit heißer und trockener Haut. Sollte dies der Fall sein, muss der Betroffene sofort in den Schatten gelegt und vorsichtig gekühlt werden. Das heißt, feuchte Tücher auf Nacken, Stirn, Arme sowie Beine legen und Luft zufächern. Den Oberkörper hoch lagern und lauwarmes Wasser zu trinken geben. Niemals kaltes Wasser zum trinken reichen oder eiskalte Umschläge machen, denn dadurch wird das Herz und der Kreislauf zu stark belastet und der Körper muss sich zu sehr anstrengen, das Wasser aufzuwärmen.
Wichtig: Wenn der Betroffene langsam das Bewusstsein verliert (erkennbar durch Augenrollen, verwaschene Aussprache), sofort den Notarzt rufen.
Insektenstiche - Die Haut mit Zitronensaft oder Zwiebelscheibe behandeln
Der beste Schutz gegen Insekten sind insektenabweisende Mittel (Repellents), welche im Freien stets aufgetragen werden sollten. Zudem kann das Aroma von Lavendel-, Nelken- oder Zypressenöl abschreckend auf die kleinen Biester wirken. Abends und nachts empfiehlt es sich, helle Kleidung zu tragen, welche die Beine und Arme bedeckt. Das hält die nachtaktive Anophelesmücke ab, die Malaria überträgt und in einigen Urlaubsländern zu finden ist. Klassisches Hausmittel gegen Insektenstiche: die Haut mit einer Zwiebelscheibe abreiben oder mit Zitronensaft (Essig geht auch) betupfen. Das verhindert ein Anschwellen. Bei einem Bienenstich, den Stachel schnell entfernen. Gegen Juckreiz und Brennen helfen kühlende Gele mit antiallergischen Wirkstoffen.
Verstauchungen/Prellungen - PECH-Regel einhalten
Bei Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen und Verrenkungen gilt immer die PECH-Regel. Das heißt sofort eine Pause einlegen, den betroffenen Körperteil mit Eiswürfeln (mit einem Tuch umwickelt) oder einem Coldpack kühlen, Compressionsverband (elastische Binde) anlegen und den betroffenen Körperteil hoch lagern. Das lindert die Schwellung und die Schmerzen. Die Eiswürfel jedoch nicht zu fest auf die verletzte Stelle drücken, da sonst die Einblutung verstärkt wird. Zudem kann bei Blessuren an Beinen und anderen Körperteilen eine Salbe mit Wirkstoffen der Beinwellpflanze helfen. Diese darf aber nicht in eine offene Wunde gelangen.
Blasen - Blasenpflaster nicht vergessen
Blasen bekommt man schnell an den Füssen, besonders wenn die neuen Schuhe noch nicht eingelaufen sind. Spezielle Blasenpflaster mit Hydrogel lindern den Schmerz sowie den Druck und saugen die Feuchtigkeit auf. Die Blase jedoch nie aufstechen oder aufschneiden, da sonst Infektionsgefahr besteht. Ideal um Blasen vorzubeugen ist ein Anti-Blasen-Stick (Stick aus Pflanzenöl), welcher einfach auf die gefährdeten Stellen aufgetragen wird. Er verhindert das Aneinanderreiben zwischen Haut und Schuh.
Wunden (Schürf-, Schnitt- und Platzwunden) - Säubern, Desinfizieren & Verbinden
Solche kleinen Verletzungen passieren immer wieder, vor allem bei Kindern. Die Wunden am besten mit einem sauberen Tuch abtupfen (Platz- und Schnittwunden) bzw. mit warmem Leitungswasser den lose sitzenden Schmutz abspülen (Schürfwunden). Danach die Wunde ggf. desinfizieren (wenn sie verschmutzt ist) und mit einem Heft- bzw. Wundpflaster schließen. Um die Heilung zu beschleunigen eignen sich zusätzlich Salben mit Dexpanthenol oder Zinkhyaluronat (so genannte Wund- und Heilsalben). Größere und stark blutende Wunden sollte man mit einer Kompresse oder einem Verbandpäckchen abdecken. Dieses besitzt eine sterile Wundauflage, welche mit dem Verbandmull verbunden ist.
Wichtig: Unbedingt prüfen, ob Tetanus-Schutz besteht (Impfung)!
Ohnmacht - Auf den Rücken legen, Kleidung lockern & Schmerzreize setzen
Bei einer Ohnmacht bekommt das Gehirn immer zu wenig Sauerstoff (durch langes Stehen in schlechter Luft, zu schnelles Atmen bei Schreck oder Schock, Blutdruckabfall oder Unterzuckerung). Betroffene können für kurze Zeit schlecht oder gar nicht sehen, hören, fühlen und das Bewusstsein verlieren. Zudem können sie ihre Muskeln nicht oder nur schlecht kontrollieren. Sollte dies der Fall sein, den Ohnmächtigen sofort flach auf den Rücken legen und enge Kleidung lockern bzw. öffnen, um eine bessere Atmung zu gewährleisten. Ihn laut und deutlich ansprechen und Schmerzreize setzen (z. B. in die Haut der Oberarm-Innenseite kneifen). Dauert die Ohnmacht länger als eine Minute, unbedingt den Notarzt rufen. Helfen kann außerdem das Reiben der Arme und Beine des Betroffenen, da so der Kreislauf in Schwung gebracht wird. Den Ohnmächtigen jedoch keinesfalls hinsetzen oder seinen Kopf nach vorn hängen lassen. Das behindert die Atmung. Außerdem niemals etwas zu trinken geben, sonst droht Erstickungs- oder Verschluckungsgefahr.
Verbrennungen - Kühlen & mit einer sterilen Wundauflage abdecken
Verbrennungen unterscheidet man in verschiedene Schweregrade:
I. Grad: Röte und Schmerz (z. B. Sonnenbrand)
II. Grad: Röte, Schmerz und Blasen (z. B. Kontakt mit kochendem Wasser oder heißer Herdplatte)
III. Grad: Weiße bis verkohlte Haut, kein Schmerz da die Nerven zerstört sind (z. B. durch Stromschlag)
Das Wichtigste ist, die verbrannte oder verbrühte Stelle sofort und lange zu kühlen (mindestens 15 Minuten lang unter fließendes kaltes Wasser). So kann sich der Schaden nicht weiter im Gewebe ausbreiten. Auf keinen Fall die Verbrennung mit Eiswasser oder Eis kühlen, da so das gereizte Gewebe erfieren kann. Danach die Stelle mit einer sterilen Kompresse oder Wundauflage locker abdecken. Bei Verbrennungsgrad 1 hilft Brandgel oder Schaumspray mit wundheilendem Dexpanthenol aus der Apotheke. Sollte die betroffene Stelle größer als ein Handteller sein, große Blasen oder starke Schmerzen bestehen, sofort den Notarzt rufen.
Quallen - Haut abspülen und vom Quallenschleim befreien
Die Berührung mit einer Qualle ist schmerzhaft und kann zu Hautirritationen sowie Schwindel führen. Wurde man erwischt, gilt als erstes: nicht wild herumrudern, sondern ruhig an Land schwimmen, damit sich nicht noch mehr Nesselfäden verfangen. Die betroffene Stelle mit Essigwasser, Salzwasser oder Zitronensäure abspülen. Nie mit Süßwasser, denn dadurch platzen noch mehr Nesselzellen auf. Anschließend Sand über die Haut streuen und den Quallenschleim mit einem stumpfen Gegenstand (am besten Kreditkarte oder ähnliches) wieder abkratzen. Zu Hause bzw. im Hotel dann Rasierschaum oder Zahnpasta zum Austrocknen auf die Stelle streichen. Vorbeugend kann das Einreiben mit einer Quallen- und Sonnenschutzlotion helfen.
Bei Notfällen oder größeren Blessuren/Verletzungen ist ein Arztbesuch notwendig
Manchmal reicht die Reiseapotheke nicht aus. Das ist der Fall bei:
- Unsicherheit - Wenn man sich bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen unsicher ist oder irgendwas am Verhalten des Betroffenen ungewohnt erscheint.
- Große Wunden - Vor allem bei starker Blutung ist die Infektionsgefahr sehr hoch. Das gilt besonders im Gesicht, wo sich zudem unschöne Narben bilden können.
- Dauerschmerz - Wenn die Schmerzen nach einem Sturz oder Zusammenprall länger als circa eine Stunde dauern und nicht nachlassen.
- Fremdkörper - Rostige Nägel, Steinchen oder Glasscherben können tiefe Wunden verunreinigen. Die Verletzung muss professionell versorgt werden.
- Kopfverletzungen - Nach Stürzen auf den Kopf muss sofort gehandelt werden. Besonders bei weichen, kissenartigen Schwellungen am Kopf, welche sich wegdrücken lassen. Diese könnten auf einen Schädelbruch hinweisen.
- Unbeweglichkeit - Können Finger oder Gliedmaßen nicht bewegt werden, ist eventuell ein Nerv verletzt (vor allem nach Schnitten) oder etwas gebrochen.
- Fehlender Impfschutz - Ist der Impfschutz insbesondere bei Tetanus noch aktuell?