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Schwangerschaftsbedingte Thrombose

Schwangerschaftsbedingte Thrombose

Im Rahmen einer Thrombose kann innerhalb der Vene ein Blutgerinnsel, ein sogenannter Thrombus, entstehen. Schwangere Frauen sind deutlich anfälliger für Thrombosen, da das Blut während einer Schwangerschaft leichter und schneller gerinnt. Zudem begünstigen die erweiterten, dünnwandigen Venen und das erhöhte Blutvolumen die Entstehung. Wird die Thrombose während der Schwangerschaft nicht behandelt, droht der Mutter ein Venenverschluss und schlimmstenfalls eine Lungenembolie (die tödlich enden kann).

In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Thrombose - Höhere Gefahr für Schwangere
  2. Symptome einer tiefen Venenthrombose
  3. Diagnose einer schwangerschaftsbedingten Thrombose
  4. Ursachen einer schwangerschaftsbedingten Thrombose
  5. Risikofaktoren einer Thrombose
  6. Behandlungsmethoden (medikamentös)
    1. Homöopathisch
  7. Folgeerkrankungen und Komplikationen
  8. Spätfolge - postthrombotisches Syndrom
  9. Thrombose vorbeugen

Schwangere sind durch die schnellere Blutgerinnung besonders gefährdet

"Die schnelle Blutgerinnung dient dazu, den Blutverlust während der Geburt in Grenzen zu halten. Bei einigen schwangeren Frauen gerinnt das Blut aber schon lange vor der Geburt zu schnell, das Thromboserisiko steigt. Ein Thrombus kann theoretisch in jeder Vene entstehen, die Blut zum Herz transportiert. Während einer Schwangerschaft sind jedoch meist die tiefen Venen in den Waden, im Becken oder in den Oberschenkeln von einer Thrombose betroffen.

Wenig Bewegung der Schwangeren erhöht das Risiko einer tiefen Venenthrombose

Schwangere Frauen leiden bis zu sechsmal häufiger an einer tiefen Venenthrombose als Frauen, die nicht schwanger sind. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen, die sich aufgrund vorzeitiger Wehen, zu warmen Wetters oder wegen Komplikationen in der Schwangerschaft wenig bewegen dürfen. Da das Blut in den Beinen ohnehin schon langsamer fließt als im Rest des Körpers, sind sie bei zu wenig Bewegung bis zu dreimal so anfällig für eine schwangerschaftsbedingte Thrombose. Infolge eines Venenthrombus lauert dann die Gefahr eines kompletten Venenverschlusses. Außerdem kann eine Thrombose wandern und sowohl die Lunge als auch das Herz erreichen. Die schwangerschaftsbedingte Thrombose tritt meist im ersten Drittel der Schwangerschaft und innerhalb der ersten beiden Monate nach der Entbindung auf und betrifft rund drei Prozent aller schwangeren Frauen.

Symptome einer tiefen Venenthrombose - Schwellugen, Rötungen, schmerzende Beine

Eine schwangerschaftsbedingte Thrombose äußert sich noch vor ihrer eigentlichen Entstehung oftmals durch eine Venenentzündung, die durch schmerzende, schwere Beine, Schwellungen, Rötungen und ziehendes und brennendes Drücken im Bereich der Waden auffällt. Bei einigen schwangeren Frauen bilden sich jedoch auch gänzlich symptomfreie Thrombosen. Selbst große Blutgerinnsel, die unbehandelt zur lebensgefährlichen Lungenembolie führen können, bleiben häufig sehr lange unerkannt. Beschwerden verursachen schwangerschaftsbedingte Thrombosen meist erst im späten Stadium, dann nämlich äußern sie sich durch gespannte und teils blau gefärbte Beinhaut, durch geschwollene Fußknöchel und Spannungsschmerzen in der Kniekehle, die nachlassen, sobald das betroffene Bein hochgelagert wird.

Diagnose - Mithilfe einer Duplex- oder Dopplersonografie stellt der Arzt die Thrombose fest

Beim Verdacht auf eine Thrombose während der Schwangerschaft sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn der Thrombus könnte, wird er nicht adäquat behandelt, in die Lunge wandern und eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen. Der Arzt kann den Verdacht auf eine Thrombose mittels Duplex- oder Dopplersonografie prüfen. Dabei werden die Bein- und Beckenvenen untersucht und sichtbar gemacht, selbst kleine Thrombosen können auf diese Weise diagnostiziert werden. Bestätigt sich der Verdacht auf eine schwangerschaftsbedingte, tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose, wird umgehend mit blutverdünnenden Medikamenten und Thrombosestrümpfen therapiert.

Ursachen - Veränderter Hormonhaushalt und erweiterte Venen begünstigen die Entstehung

Ursächlich für die Bildung eines Thrombus während der Schwangerschaft sind:

  • veränderter Hormonhaushalt
  • erweiterte, dünnwandige und unelastische Venen
  • schwangerschaftsbedingte, beschleunigte Blutgerinnung
  • erhöhtes Blutvolumen
  • Darüber hinaus fließt das Blut schwangerer Frauen deutlich langsamer aus den Beinen in Richtung Herz. Grund hierfür ist die wachsende Gebärmutter, die im Laufe der Schwangerschaft allmählich auf die tiefen Bein- und Beckenvenen drückt. Aus diesem Grund kann selbst während der Geburt noch eine Thrombose entstehen, da das Kind während des Geburtsvorgangs die Beckenvenen stark belastet und abdrückt.

Risikofaktoren - Krampfadern, Spätgeburten, Übergewicht

In der Entstehung einer schwangerschaftsbedingten Thrombose spielen Risikofaktoren eine entscheidende Rolle. Besonders häufig sind also Frauen betroffen, die bereits im Vorfeld ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • die Schwangerschaft an sich, sie erhöht das Thromboserisiko um das Sechs- bis Zehnfache.
  • Thrombosen innerhalb der Familie
  • vorab bestehende Krampfadern im Waden-, Oberschenkel- oder Beckenbereich
  • Spätgeburten nach dem 35. Lebensjahr
  • Übergewicht und Bluthochdruck
  • Verletzungen der Veneninnenwände und Venenklappen
  • längere Bettlägerigkeit
  • Gerinnungsstörungen
  • Rauchen
  • Langstreckenflüge während der Schwangerschaft
  • lange Auto- und Zugfahrten
  • vorangegangene Fehlgeburten
  • Diabetes mellitus
  • Präeklampsie

Engmaschige Kontrolle bei Risikopatientinnen

Schwangere Frauen, die einen oder mehrere dieser Risikofaktoren aufweisen, werden dementsprechend engmaschig und gründlich medizinisch überwacht. Zu Beginn der Schwangerschaft werden in der Regel die Gerinnungsfaktoren im Blut bestimmt, um eine eventuell bestehende Thrombose schnell und sicher diagnostizieren zu können, oder aber direkt eine Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten zu beginnen.

Rechtzeitige Behandlung mit blutverdünnende Medikamente

Eine schwangerschaftsbedingte Thrombose in den Bein- oder Beckenvenen lässt sich in aller Regel gut und unkompliziert behandeln, sofern sie frühzeitig erkannt wurde. Erste Maßnahme ist immer die Einnahme sogenannter Antikoagulanzien. Hierbei handelt es sich um Medikamente, welche die Blutgerinnung verlangsamen und den Blutfluss beschleunigen. Das Blut verdünnt sich allmählich und der Thrombus kann sich auflösen oder er wird abtransportiert. Eine chirurgische Entfernung des Thrombus ist daher in den meisten Fällen nicht nötig. Operative Eingriffe sind immer nur in besonders schweren Fällen angezeigt und sehr selten.

Behandlung dauert bis zum Ende der Schwangerschaft
Die blutverdünnenden Medikamente müssen über mehrere Wochen und Monate eingenommen werden, denn sie wirken schrittweise. Zu Beginn wird das Wachstum des Thrombus gestoppt und erst im Anschluss kann der Körper das Blutgerinnsel nach und nach abbauen, was durchaus einige Monate in Anspruch nehmen kann.

Kompressionsstrümpfe ergänzend zur medikamentösen Behandlung

Diese hüfthohen, straffen Thrombosestrümpfe stützen das Bindegewebe und die Venen und entlasten sie somit vom überhöhten Venendruck. Die Behandlung mit Medikamenten, während der Schwangerschaft meist niedermolekulares Heparin, und Thrombosestrümpfen erstreckt sich bis mindestens sechs Wochen nach der Geburt und sollte nicht eigenmächtig abgebrochen werden. Nach Beendigung der Therapie werden erneut die Gerinnungsfaktoren im Blut bestimmt und auch eine Dopplersonografie zur Absicherung der Genese wird nochmals durchgeführt.

Alternative Behandlungsansätze - Homöopathische Mittel

Die Venenentlastung bei schwangerschaftsbedingter Thrombose kann auch durch alternative Therapieansätze herbeigeführt werden. Geeignete homöopathische Mittel sich z. B.:

  • Latrodectus mactans D6
  • Kalium chloratum D6
  • Crotalus D6

Als Globulis wirken sich diese Präparate förderlich auf die Durchblutung der Venen aus. Die naturheilkundliche Behandlung einer schwangerschaftsbedingten Thrombose sollte jedoch maximal begleitend zur schulmedizinischen Behandlung erfolgen und niemals auf eigene Faust durchgeführt werden. Zwar ist die Wirksamkeit homöopathischer Potenzen nachgewiesen, jedoch behandelt die Homöopathie Gleiches mit Gleichem. Das heißt, Beschwerden werden mit Präparaten gelindert, die eben diese Beschwerden auch auslösen können. Aus diesem Grund kommt es in der homöopathischen Behandlung häufig zur Erstverschlimmerung der Symptome, was gerade bei schwangerschaftsbedingter Thrombose umgangen werden sollte. Die naturheilkundliche Behandlung gehört daher in die Hände erfahrener Ärzte oder Hebammen.

Folgeerkrankungen und Komplikationen - Venenverschluss bis hin zur Lungenembolie

Eine frühzeitig erkannte und behandelte Thrombose während der Schwangerschaft hinterlässt in der Regel keine Schäden und bildet sich nach der Geburt wieder gänzlich zurück. Lediglich das Thromboserisiko bei einer erneuten Schwangerschaft steigt an. Bleibt die schwangerschaftsbedingte Thrombose jedoch unentdeckt und damit unbehandelt, drohen der werdenden Mutter ein kompletter Venenverschluss und schlimmstenfalls sogar eine Lungenembolie, die sehr schnell tödlich verlaufen kann. Die Lungenembolie ist gleichzeitig die gefährlichste und häufigste Komplikation und Folge einer Venenthrombose. Hierbei verstopft das gewanderte Blutgerinnsel ein Blutgefäß der Lunge, infolge dessen kommt es zur Mangeldurchblutung der Lunge und zum Kollabieren und Versagen der Lunge und anschließend auch anderer Organe.

Das ungeborene Kind wird durch die Thrombose der Mutter nicht geschadet

Grundsätzlich stellt die schwangerschaftsbedingte Thrombose kein Risiko für das ungeborene Kind dar. Auch die medikamentöse Behandlung der Thrombose wirkt sich dank spezieller Medikamente nicht auf das Kind aus. Kompliziert werden Thrombosen lediglich dann, wenn sie in den tiefen Beckenvenen entstehen, die durch die wachsende Gebärmutter zusätzlich belastet werden. Ist das der Fall, ist ein Kaiserschnitt häufig unumgänglich, denn eine natürliche Geburt würde die verstopfte Beckenvene zusätzlich belasten und sie schlimmstenfalls dauerhaft schädigen. Thrombosen in den tiefen Beinvenen sprechen hingegen in der Regel nicht gegen eine natürliche Geburt. Durch die medikamentöse Blutverdünnung ist hierbei lediglich auf den Blutverlust der Mutter zu achten.

Gefürchtete Spätfolge - Das postthrombotische Syndrom

In sehr seltenen Fällen führt eine schwangerschaftsbedingte Thrombose auch zum postthrombotischen Syndrom. Hierbei handelt es sich um dauerhafte und irreversible Schäden an den betroffenen Bein- oder Beckenvenen. Diese Schäden können als Folge der Thrombosebehandlung entstehen. Schuld ist der Auflösungsprozess des Blutgerinnsels, der mit Medikamenten erzielt wird.

Gekennzeichnet durch Wassereinlagerungen, Hautverhärtungen & Krampfadern

Während der Gerinnselzersetzung entstehen entzündliche Prozesse an den Venenwänden. Was eigentlich ein Versuch des Körpers ist, sich selbst zu heilen, kann leider auch zu dauerhaften Schäden an den Venenklappen führen. Tritt nach einer schwangerschaftsbedingten Thrombose ein postthrombotisches Syndrom auf, leiden die Frauen langfristig unter Wassereinlagerungen in den Beinen, Hautverhärtungen und Krampfadern. Therapiert wird diese Spätfolge wiederum auch mittels Kompression. Das mehrmonatige Tragen stützender Kompressionsstrümpfe ist dann angezeigt.

Thrombose vorbeugen - Ausreichend Bewegung und viel Flüssigkeit

Einer schwangerschaftsbedingten Thrombose lässt sich in sehr vielen Fällen gut vorbeugen. Schwer haben es lediglich Frauen, die als risikoschwanger eingestuft wurden. Das kann dann der Fall sein, wenn diese werdenden Mütter beispielsweise schon einmal eine Thrombose hatten, wenn sie sich nur wenig bewegen dürfen, stark übergewichtig sind, schwache Venen haben oder aber die erblichen Anlangen für eine Venenthrombose mitbringen. Sind diese Risikofaktoren nicht gegeben, kann der schwangerschaftsbedingten Thrombose auf verschiedene Weisen vorgebeugt werden:

  • Zur wichtigsten Maßnahme gehört Bewegung in Form langsamen Spaziergängen, denn das aktiviert die Muskelpumpe der Beine und fördert die Durchblutung.
  • Ebenfalls ratsam ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ohne viel Fett und Zucker.
  • Während langer Autofahrten oder beim langen Sitzen können schwangere Frauen darüber hinaus vorsorgliche Kompressionsstrümpfe tragen. Das entlastet die Venen und eine Thrombose entsteht gar nicht erst.
  • Sehr lange Zug- oder Flugreisen sollten zudem nach Möglichkeit ganz gemieden werden.
  • Während der Arbeit sollten Schwangere auf ausreichend Pausen achten, in denen sie sich bewegen und die Beine vertreten.
  • Viel trinken hilft außerdem, den Blutfluss anzuregen und die Venenwände elastisch zu halten.
  • Und nicht zuletzt ist der Verzicht auf Nikotin die wichtigste Präventionsmaßnahme für schwangere Frauen, nicht nur gegen eine Thrombose.

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