In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was ist eine Gestationshypertonie?
- Symptome des Bluthochdrucks
- Ursachen und Auslöser
- Risikofaktoren
- Wie gefährlich ist schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck?
- Behandlungsmöglichkeiten
- Folgeerkrankungen & Spätfolgen
- Bleibt der Bluthochdruck für immer?
- Bluthochdruck vorbeugen
Eine Gestationshypertonie ist kein normaler Bluthochdruck
Von der Präeklampsie sind rund 25 Prozent aller schwangeren Frauen betroffen, darunter vorzugsweise Erstgebärende. In vielen Fällen verschwindet der Bluthochdruck nach der Schwangerschaft von allein, jedoch müssen auch knapp zehn Prozent der frischgebackenen Mütter fortan mit chronischer Hypertonie leben. Entwickelt eine werdende Mutter während ihrer ersten Schwangerschaft eine Präeklampsie, so ist sie während folgender Schwangerschaften nicht zwangsläufig wieder davon betroffen. Eine Präeklampsie kann mit oder ohne Ödembildung auftreten. Sammelt sich Wasser unter der Haut an, sind vorwiegend die Füße, Hände und das Gesicht betroffen. Zusätzlich kann eine Proteinurie auftreten.
Gestationshypertonie kann zu Fehl- und Totgeburten führen
Die Gestationshypertonie ist außerdem vom Bluthochdruck abzugrenzen, der bereits vor der Schwangerschaft bestand. Zwar kann sich auch eine vorbestehende Hypertonie negativ auf die Schwangerschaft und den Fötus auswirken, gleichzeitig lässt sie sich aber besser behandeln. Die Gestationshypertonie ist hingegen eine schwerwiegende Komplikation, die auch heute noch für eine Vielzahl von Fehlgeburten, Totgeburten und für eine hohe Sterblichkeitsrate bei Müttern und Ungeborenen verantwortlich ist.
Symptome - Nicht nur der erhöhte Blutdruck weist darauf hin
Der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck unterscheidet sich im Wesentlichen kaum von der allgemeinen Hypertonie. Die typischen Symptome wie
- Kopfschmerzen,
- Flimmern in den Augen,
- Sehstörungen,
- Übelkeit bis hin zum Erbrechen und
- Schwindelgefühle, vor allem nach ruckartigem Aufstehen,
weisen sowohl schwangere als auch nichtschwangere Frauen auf. Von einer Gestationshypertonie spricht man allerdings nur dann, wenn der Blutdruck erst nach der 20. Schwangerschaftswoche enorm ansteigt. Vorhergehender Bluthochdruck fällt unter den Begriff der chronischen Hypertonie.
Zusätzliches Leitsymptom ist vermehrter Harndrang und Eiweiß im Urin
Weiteres Leitsymptom der Präeklampsie ist ein vermehrter Harndrang, der durch den arteriellen Überdruck zustande kommt und Eiweiß im Urin. Ödembildungen, also Wassereinlagerungen in den Knöcheln und Händen, sind zwar kein für die Diagnose relevantes Symptom, da sie in jedem Stadium der Schwangerschaft vorkommen können, aber sie begleiten die Gestationshypertonie dennoch in den meisten Fällen. Sicherstes Merkmal der Schwangerschaftshypertonie ist natürlich der zu hohe Blutdruck. Zur Befunderhebung wird der Blutdruck daher zweimal kurz nacheinander gemessen, um Abweichungen auszuschließen. Liegt der Wert beide Male über 140/90, spricht der Arzt von Gestationshypertonie.
Ursachen und Auslöser - Erhöhtes Blutvolumen drückt auf die Arterien
Die Auslöser des schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks können vielfältig sein. Es reichen schon ein paar besonders warme Tage, um den Blutdruck explosionsartig in die Höhe zu treiben. Die Ursachen der Eklampsie sind da schon deutlicher. Verantwortlich für den Anstieg des Blutdrucks ist das veränderte Blutvolumen der werdenden Mutter. Im mütterlichen Blutkreislauf fließt gegen Ende der Schwangerschaft rund 40 Prozent mehr Blut. Es soll Giftstoffe schneller abtransportieren und das Ungeborene besser versorgen können. Durch das erhöhte Blutvolumen wird auf die Arterien jedoch ein enormer Druck ausgeübt, man spricht dann von schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck.
Weitere Ursache: Veränderter Stoffwechsel
Als weitere Ursache gilt der Stoffwechsel der Mutter, der aufgrund der hohen Anforderungen, die eine Schwangerschaft an den Körper stellt, aus den Fugen gerät und weniger gut arbeitet.
Risikofaktoren - Übergewicht, Koffein und wenig Bewegung
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die das Entstehen einer Gestationshypertonie begünstigen. Dazu gehören:
- Übergewicht mit einem BMI über 30
- vorbestehende chronische Hypertonie
- Rauchen
- hoher Koffeinkonsum
- mangelnde Bewegung
- genetische Vorbelastung
- arterielle Enge
- falsche Ernährung
Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck ist bis zu einem gewissen Maß unbedenklich
Bei adäquater Überwachung der Blutdruckwerte und der Vitalwerte des ungeborenen Kindes ist der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck erst einmal unbedenklich. Viele Frauen sind von der Gestationshypertonie betroffen und bis zu einem gewissen Maße ist dieser Bluthochdruck auch eine normale Begleiterscheinung in der Schwangerschaft, da im Körper einer jeden schwangeren Frau das Blutvolumen und der arterielle Druck zunehmen. Auch für das ungeborene Kind hat der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck erst einmal keine Auswirkungen. Es kann sich dennoch gesund und zeitgemäß entwickeln. Ein unbedingtes Muss bei einer Gestationshypertonie ist jedoch die engmaschige Überwachung der werdenden Mutter.
Bei ausgeprägter Präeklampsie droht Gefahr für Mutter & Kind
Obwohl der Bluthochdruck an sich nicht gefährlich ist, kann er dennoch ruckartig weiter in die Höhe gehen und so das Leben des Kindes und auch der Mutter gefährden. Ist die Präeklampsie sehr ausgeprägt erfordert sie daher eine umgehende Behandlung mit Blutdrucksenkern, gegebenenfalls auch mit Diuretika, also wasserziehenden Medikamenten. Je nach Ausmaß des schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks kann zudem eine frühzeitige Geburtseinleitung nötig werden, wahlweise auch ein Kaiserschnitt.
Behandlungsmöglichkeiten - Blutdrucksenker und Ruhe
Die Gestationshypertonie wird zum einen medikamentös behandelt, zum anderen aber auch alternativ. Das heißt, neben Blutdrucksenkern und wasserziehenden Medikamenten spielt auch die Ernährung eine große Rolle in der Bekämpfung der Hypertonie. In erster Linie erfolgt die Therapie der Gestationshypertonie also symptomatisch. Dazu gehören körperliche Schonung bis hin zur totalen Bettruhe, aber auch die Umstellung der Ernährung auf leicht verdauliche, zucker- und fettarme Kost. Bei einer leichten Schwangerschaftshypertonie können diese Maßnahmen bereits ausreichend sein und eventuell um naturheilkundliche Präparate erweitert werden.
Betablocker und Schleifendiuretika bei schwerer Gestationshypertonie
Bei einer massiven Hypertonie in der Schwangerschaft ist eine Behandlung mit Beta-Blockern oder Schleifendiuretika jedoch unumgänglich. Selbstverständlich wird auch die medikamentöse Therapie auf die Schwangerschaft abgestimmt, sodass weder Mutter noch Kind zu Schaden kommen.
Homöopathische Blutdrucksenker können auch helfen
In der Homöopathie gibt es zahlreiche Einzelpräparate, aber auch Komplexmittel, die einen bestehenden Bluthochdruck wirkungsvoll bekämpfen können. Globulis von
- Nux vomica,
- Barium carbonicum oder
- Belladonna
in den Potenzen D4 bis D12 helfen, den arteriellen Druck zu mindern und den Blutdruck so zu stabilisieren. Obgleich die Wirkung der homöopathischen Potenzen im Zusammenhang mit Hypertonie nachgewiesen ist, sollten schwangere Frauen auch Naturarznei nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme einnehmen.
Folgeerkrankungen und Folgeschäden
Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck zieht in der Regel weder Folgeerkrankungen noch Folgeschäden nach sich, sofern er zeitig genug erkannt wurde und entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden. Übermäßige Gestationshypertonie führt jedoch in etwa acht bis zehn Prozent aller Fälle zu einem chronischen Bluthochdruck nach der Geburt. Betroffen ist hiervon nur die Mutter, auf das Neugeborene kann der hohe Blutdruck nicht übergehen.
Unbehandelte Schwangerschaftshypertonie kann das HELLP-Syndrom zu Folge haben
Bleibt die Schwangerschaftshypertonie jedoch gänzlich unbehandelt und steigt der Blutdruck im Laufe der letzten Schwangerschaftswochen immer weiter an, kann schlimmstenfalls eine Frühgeburt induziert sein. Die Geburt müsste in diesem Fall entweder künstlich eingeleitet oder per Kaiserschnitt durchgeführt werden, um die werdende Mutter vor einer drohenden Schwangerschaftsvergiftung und dem HELLP-Syndrom zu schützen. Diese Erkrankung ist eine verstärkte Form des Bluthochdrucks, bei der es zusätzlich zu erhöhten Leberwerten, nachlassende Blutgerinnung und Blutzerfall kommt. Neben Eiweiß im Harn sind Schmerzen im rechten Oberbauch ein typisches Symptom dafür.
Eklampsie ist die schwerste Folgeerkrankung
Darüber hinaus kann aus der Präeklampsie bei Nichtbehandlung eine Eklampsie (schlimmste Form des schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks, die mit Krampfanfällen einhergeht und zum Tod führen kann) werden. Im Falle eines viel zu hohen Blutdrucks kann außerdem die Plazenta nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten, dadurch könnte das ungeborene Kind Schäden durch eine Unterversorgung nehmen.
Nach der Geburt normalisiert sich der Bluthochdruck in der Regel wieder
In den meisten Fällen reguliert sich der Blutdruck der frischgebackenen Mutter unmittelbar nach der Geburt wieder, spätestens jedoch in den ersten Wochen nach der Geburt. In nur knapp zehn Prozent aller Fälle bleibt auch nach der Entbindung ein Bluthochdruck bestehen, man spricht dann von einer chronisch gewordenen Hypertonie. Dennoch weisen selbst Frauen mit chronisch gewordener Hypertonie nicht mehr ganz so hohe Blutdruckwerte auf wie in ihrer Schwangerschaft, da der Körper nach der Geburt sein hormonelles Gleichgewicht wieder herstellt. Zudem normalisiert sich der Stoffwechsel und das Blutvolumen wird wieder abbaut.
Bluthochdruck vorbeugen - Bewegung und gesunde Ernährung
Ist der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck erst einmal da, können werdende Mütter mit einer Umstellung ihrer Ernährung und sehr viel körperlicher Schonung gegenwirken. Besser noch ist jedoch Vorbeugen. Zu den präventiven Maßnahmen gehören beispielsweise:
- Gewichtsreduzierung noch vor der Schwangerschaft auf einen BMI von unter 30
- Abstinenz von Alkohol, Koffein und Nikotin
- ausgewogene und gesunde Ernährung
- ausreichendes Maß an Bewegung und körperlicher Schonung
Frühzeitig erkannter Bluthochdruck während der Schwangerschaft lässt sich am effektivsten behandeln und meist auch folgenlos beheben.