In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was versteht man unter Rheuma?
- Hauptgruppen rheumatischer Erkrankungen
- Behandlung verlangsamt lediglich den Krankheitsverlauf
Rheumatische Erkrankungen betreffen das Binde- und Stützgewebe des Bewegungsapparates
Der Begriff Rheuma leitet sich ursprünglich aus dem griechischen ab (rheo = ich fließe) und beschreibt den fließenden Schmerz, welcher viele Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis kennzeichnet. Diese Erkrankungen sind unterschiedlicher Ursache und müssen häufig auch verschieden behandelt werden. Jedoch haben sie alle eines gemeinsam: Sie betreffen das Binde- und Stützgewebe des Bewegungsapparates.
Leitsymptom ist ein ziehender, reißender Schmerz
Die Medizin fasst unter den Oberbegriff „rheumatische Erkrankungen“, alle vorübergehenden oder chronischen, mit Schmerzen und/oder Funktionsverlust einhergehenden Störungen des Stütz- oder Bewegungsapparates (Gelenke, Muskeln, Nerven, Knochen, Knorpel, Sehnen) zusammen. Unter dieser Definition verbirgt sich allerdings eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern mit verschiedenen Krankheitsverläufen. Jedoch haben alle einen ziehenden, reißenden Schmerz gemeinsam, weshalb der Schmerz auch das Leitsymptom rheumatischer Erkrankungen ist.
Unterteilung von rheumatischen Erkrankungen
Aufgrund der zugrunde liegenden Ursache, werden rheumatische Erkrankungen in vier Hauptgruppen unterteilt:
1. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen (autoimmunbedingt)
(Die Endsilbe "-itis" deutet darauf hin, dass es sich um einen Entzündungsprozess handelt.)
wie: rheumatoide Artritis (chronische Polyarthritis), Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Psoriasis-Arthritis, Juvenile idiopathische Arthritis, Wegener-Granulomatose (Morbus Wegener), Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen) und Vaskulitiden (entzündliche Gefäßerkrankungen) wie: Sjögren-Syndrom, Sklerodermie, Lupus erythematodes, Mischkollagenose, Polymyositis und Dermatomyositis
2. Degenerative (verschleißbedingte) rheumatische Erkrankungen
wie: Arthrosen, Bandscheibendegenerationen und verschiedene Neuralgieformen (Nervenschmerzen)
3. Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen
wie: Gicht und andere Kristallablagerungskrankheiten, Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung) und Osteoporose
4. Rheumatische Erkrankungen der Weichteile
(verschiedene Krankheitsbilder mit Symptomen wie Schmerzen im Bereich von Muskulatur und Sehnen) wie: Fibromyalgie (nicht entzündlicher Weichteilrheumatismus), Polymyositis (Entzündung des Muskelgewebes) und Polymyalgia rheumatica (entzündlicher Weichteilrheumatismus)
Behandlung richtet sich hauptsächlich auf die Schmerzen
Rheumatische Erkrankungen verändern häufig das ganze Leben der Betroffenen. Inzwischen sind zwar einige rheumatische Beschwerden gut behandelbar, aber in den meisten Fällen kann der Krankheitsverlauf nur verlangsamt bzw. abgeschwächt und die Schmerzen gemildert werden.