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Koronare Herzkrankheit - Gefäßverengung

Koronare Herzkrankheit - Gefäßverengung

Weltweit ist die koronare Herzkrankheit (kurz KHK) eine der häufigsten Erkrankungen des Herzens. In Deutschland sind ungefähr 1,5 Millionen Menschen von ihr betroffen. Da die Ursachen vor allem im persönlichen Lebensstil des Einzelnen liegen, kann die Krankheit sehr gut vorgebeugt werden, z B. durch Nikotinentzug, gesunder Ernährung und viel Bewegung. Auch eine bereits vorhandene Erkrankung kann durch das eigene Verhalten ebenso positiv beeinflusst werden, wie durch medikamentöse oder operative Maßnahmen.

In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist eine koronare Herzkrankheit?
  2. Symptome
    1. Formen der Angina pectoris
  3. Ursachen
  4. Behandlungsmethoden
    1. Medikamentöse Therapie
    2. Operative Therapie
  5. Folgeerkrankungen
  6. Vorbeugungsmaßnahmen

Koronare Herzkrankheit beinhaltet eine arteriosklerotische Verengung der Gefäße

Das Herz besitzt wie jedes Organ eine eigene Blutversorgung. Die Gefäße, die das Blut zum Herzen leiten, heißen Herzkranzgefäße, da sie das Organ kranzförmig umschließen. Mediziner sprechen von Koronararterien. Eine koronare Herzkrankheit liegt vor, wenn sich eines oder mehrere dieser Gefäße arteriosklerotisch verengen.

Symptome - Brustenge, Schmerzen, Atemnot

Eine koronare Herzkrankheit kann bereits vorhanden sein, wenn der Betroffene noch keine Schmerzen verspürt. Ernsthafte Beschwerden treten zumeist bei schon fortgeschrittenen Blutbahnverengungen auf. Dieser Sauerstoffmangel löst eine Übersäuerung des Herzmuskelgewebes und damit jene Schmerzen aus, die man als Angina pectoris kennt. Der lateinische zusammengesetzte Begriff beschreibt genau jenes beklemmende Gefühl, unter dem der Patient dann leidet: angina = Enge; pectus = Brust. Über die weit verzweigten Nervenbahnen strahlen die Schmerzen in andere Regionen des Körpers, z. B. in den Unterkiefer und in den Schulterbereich aus. Ein Angina-pectoris-Anfall wird oft von Todes- und Erstickungsängsten sowie von Atemnot begleitet.

Formen der Angina pectoris

Es werden verschiedene Formen der Angina pectoris unterschieden:

Stabile Angina pectoris
Eine stabile Angina pectoris liegt vor, wenn sich die Beschwerden der einzelnen Anfälle im gleichen Rahmen halten und nach wenigen Minuten entweder durch Ausruhen oder Medikamente verschwinden.

Instabile Angina pectoris
Bei einer instabilen Angina pectoris nehmen die Beschwerden von Anfall zu Anfall zu. Von einer instabilen Angina pectoris wird auch gesprochen, wenn die Auslöser der Anfälle immer geringfügiger werden oder wenn Anfälle bereits ohne vorausgegangene Körperaktivität auftreten.

Summe Angina pectoris
Auch eine stumme Form der Angina pectoris gibt es, die als besonders gefährlich gilt, da außer einem leichten Brustdruck und einer geringen, akuten Leistungsminderung keine warnenden Symptome auftreten.

Prinzmetal-Angina
Selten kommt die Angina pectoris als sogenannte Prinzmetal-Angina vor, bei der es im Gegensatz zu den anderen Formen nicht während körperlicher Aktivitäten und Anstrengungen zum Anfall kommt, sondern während der nächtlichen Ruhephasen. Ausgelöst wird eine typische Angina pectoris generell durch eine stärkere Herzbelastung. Diese kann ihre Ursachen außer in der erwähnten körperlichen Anstrengung in Stress, starken Mahlzeiten oder auch in Fiebererkrankungen haben.

Ursachen - Arterienverkalkung, Blutarmut, Lungenkrankheiten

Häufigste Ursache der koronaren Herzkrankheit ist die bereits geschilderte Verengung der Herzkranzgefäße (Arterienverkalkung). Der Gefäßquerschnitt verkleinert sich, es kommt zu einer Unterversorgung der nachgeschalteten Bereiche und zu Absterbeprozessen innerhalb der Herzmuskulatur. Zudem kann eine koronare Herzkrankheit auch durch Lungenkrankheiten, chronische Blutarmut oder eine vergrößerte linke Herzkammer verursacht werden.

Weitere Auslöser für eine koronare Herzkrankheit

Ungesunde Ernährung, Übergewicht & Bewegungsmangel
Ein weiterer Auslöser der Krankheit ist eine ungesunde Ernährung und damit verbunden Übergewicht. Insbesondere fett- und energiereiche Nahrungsmittel lassen Körpergewicht und Cholesterinwerte steigen. Wenn dann noch ein Mangel an Bewegung hinzukommt, sind die klassischen Auslöser der koronaren Herzkrankheit vereint.

Bluthochdruck
Mit einher geht häufig ein erhöhter Blutdruck und durch ihn eine Schädigung der Gefäßinnenwände.

Erhöhter Cholesterinspiegel
Der erhöhte Cholesterinspiegel wiederum ist für eine vermehrte Ablagerung von Plaque in den Gefäßen verantwortlich. Solche Plaques in Form instabiler Ablagerungen werden außerdem durchs Rauchen verursacht.

Diabetes mellitus
Auch ein Diabetes mellitus kann Auslöser einer koronaren Herzkrankheit sein, aber nur, wenn er schlecht eingestellt ist. Dann nämlich können die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte die Gefäße beschädigen.

Genetische Veranlagungen
Zuletzt sei noch auf genetische Veranlagungen hingewiesen. Die Beobachtung, dass in manchen Familien Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufiger vorkommen, scheint darauf hinzudeuten, dass die Gene bei der koronaren Herzkrankheit eine Rolle spielen können.

Behandlungsmethoden verhindern Folgeschäden & können die KHK aufhalten

Eine Heilung der koronaren Herzkrankheit ist mit den heutigen Mitteln der Medizin nicht möglich. Jedoch ist es durchaus möglich, die koronare Herzkrankheit aufzuhalten, Symptome wie die Angina pectoris wirkungsvoll zu behandeln und Folgen wie den Herzinfarkt zu vermeiden. Es gibt probate Medikamente und erfolgreich ausführbare Operationen. Das beste Medikament und die geschickteste Operation helfen jedoch nichts, wenn der Patient nicht seinen Lebensstil umstellt.

Medikamentöse Therapie - Optimale Medikamenteneinstellung steigert Lebensqualität

Ziel einer Medikamenteneinstellung ist immer die Prognoseverbesserung der koronaren Herzkrankheit und die Vermeidung ernster Folgeerscheinungen wie den Herzinfarkt. Tatsächlich können Patienten mit guter Medikamenteneinstellung und einem der Krankheit angepassten Lebensstil auf die gleiche Lebensqualität und -erwartung wie Gesunde hoffen. Die einzelnen Medikamente werden unterteilt in:

  • Präparate, die zur Prognoseverbesserung beitragen und
  • Präparate, die die Symptome bekämpfen.

Präparate zur Prognoseverbesserung

Zur ersten Gruppe zählen Betablocker, Blutgerinnungshemmer und Cholesterinsenker. Betablocker tragen zur Entlastung des Herzens bei. Sie wirken blutdrucksenkend und verlangsamen den Herzschlag. Außerdem helfen sie das Sterblichkeitsrisiko zu senken. Blutgerinnungshemmer, auch Blutverdünner genannt, verhindern die Ablagerung von Blutplättchen und wirken der Bildung von Blutgerinnsel entgegen. Erste Wahl bei den Blutgerinnungshemmern ist der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Cholesterinsenker sind ein probates Mittel, um das Fortschreiten der Arteriosklerose zu verlangsamen, indem sie die Blutfettwerte auf ein normales Maß bringen. Begleitend sollte jedoch auf eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten hingearbeitet werden.

Weitere Optionen zur Einflussnahme auf Blutdruck und Blutgefäße sind ACE-Hemmer, Angiotensin- und Kalziumkanal-Blocker. ACE-Hemmer wirken blutgefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Das Herz wird durch sie entlastet. Die Wirkung von Angiotensin-Blockern wird ähnlich beschrieben. Sie kommen bei ACE-Unverträglichkeit zum Einsatz. Auch die Kalziumkanal-Blocker senken den Blutdruck und weiten die Gefäße. Kalziumkanal-Blocker sind Mittel zweiter Wahl zur Blutdrucksenkung bei Betablocker-Unverträglichkeit.

Präparate zur Symptombekämpfung

Zu den Präparaten, die die Symptome der koronaren Herzkrankheit bekämpfen, zählen ebenfalls Nitrate. Auch sie wirken gefäßerweiternd, und zwar im ganzen Körper. Das Blut fließt langsamer zum Herzen zurück. Das Herz pumpt weniger schnell und verbraucht weniger Sauerstoff. Entscheidend für die erste Wahl der Nitrate zur Symptommedikation ist ihre prompte Wirkung. Nitrate sind das Erste-Hilfe-Medikament bei einem Angina-pectoris-Anfall.

Operative Therapie - PCI oder Bypass

Eine medikamentöse Therapie sollte an erster Stelle einer Behandlung der koronaren Herzkrankheit stehen. Wenn aber trotz optimaler Medikamenten-Einstellung eine stabile Angina pectoris bestehen bleibt oder wenn Untersuchungen zu dem Ergebnis kommen, dass der Herzmuskel bereits an einer ausgeprägten Mangeldurchblutung leidet, muss operiert werden. Die beiden klassischen Methoden sind hier

  • die perkutane Koronarintervention (PCI) und
  • die Bypass-Operation.

Perkutane Koronarintervention - Öffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes

Bei einem akuten Herzinfarkt ist die PCI das Mittel der Wahl, bestenfalls in den ersten zwei Stunden nach Schmerzbeginn. Mit ihr wird auf die wirksamste Weise ein verschlossenes Herzkranzgefäß wieder geöffnet und bedrohtes Gewebe gerettet. Die PCI funktioniert folgedermaßen: Durch die Leistenarterie wird ein feiner Schlauch, an dessen Ende sich ein zusammengefalteter Ballon befindet, bis zu den Koronararterien geschoben. Platziert an der verengten Stelle des Herzkranzgefäßes, öffnet der Operateur den Ballon mit Druck. Um die Gefäßerweiterung zu stützen, wird in den meisten Fällen zeitgleich ein kleines Edelstahlgitter entfaltet, der sogenannte Stent.

Bypass-Operation - Überbrückung eines Gefäßengpasses

Bypass-Operationen sind Mittel der Wahl, wenn eine Erweiterung der Gefäßengstelle per Ballon (PCI) nicht möglich ist. In der Bypass-Operation wird vom Chirurgen ein Stück Vene an Ober- oder Unterschenkel des Patienten entnommen und mit diesem körpereigenen Ersatzteil am Herzen eine Umgehung gelegt, durch die der Gefäßengpass überbrückt wird. Eine Bypass-Operation zählt zu den großen Eingriffen. Herz- und Atmungsfunktionen werden dabei in den meisten Fällen auf die Herz-Lungen-Maschine übertragen.

Folgeerkrankungen - Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Herzinfarkt

Zu den Folgeerkrankungen und Folgeschäden einer fortschreitenden koronaren Herzkrankheit zählen

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Herzschwäche und
  • Herzinfarkt.

Herzrhythmusstörungen - Unregelmäßige Herzschlagabfolge

Herzrhythmusstörungen liegen bei einer unregelmäßigen Herzschlagabfolge vor. Am häufigsten treten diese Unregelmäßigkeiten als Vorhofflimmern und als Extraschläge, sogenannte Extrasystolen auf. Der Patient empfindet den unregelmäßigen Herztakt oft als Herzstolpern oder Herzrasen. Herzrhythmusstörungen können mit Schwindel, Brustschmerzen, Krampfanfällen und Ohnmacht einhergehen.

Herzschwäche - Das Herz pumpt nicht genügend Blut

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) liegt vor, wenn das Herz außerstande ist, die vom Körper benötigte Blutmenge zu pumpen. Es gibt die akute und die chronische Herzschwäche, die Links- und die Rechtsherzinsuffizienz sowie die globale Insuffizienz. Bei der letzteren sind beide Herzhälften betroffen. Eine akute Herzschwäche kann innerhalb von Stunden eintreten und ist als medizinischer Notfall zu betrachten. Die chronische Herzschwäche entwickelt sich schleichend über Jahre. Patienten mit Herzinsuffizienz leiden unter schneller Erschöpfung, Müdigkeit und evtl. Flüssigkeitseinlagerungen (vor allem in den unteren Extremitäten).

Herzinfarkt - Blutgerinnsel verschließt Koronararterie

Zum Herzinfarkt kommt es, wenn ein Blutgerinnsel plötzlich eine Koronararterie verschließt. Leitsymptom sind Brustenge, starke Schmerzen, kalter Schweiß, Todesangst. Bei Frauen treten diese Symptome meist weniger ausgeprägt auf.

Vorbeugungsmaßnahmen - Gesunder Lebensstil

Dreh- und Angelpunkt einer Vorbeugung der koronaren Herzkrankheit ist ein gesunder Lebensstil. Bei kaum einem anderen Leiden hängen Lebensgewohnheiten und Krankheitsentstehung so unmittelbar zusammen wie bei der koronaren Herzkrankheit. Natürlich ist eine Aufzählung aller positiven Vorbeugemaßnahmen leicht getan, während ihre tatsächliche Integration in das eigene Leben harte Arbeit ist:

  • Nikotinentzug - Denn jede konsumierte Zigarette wirkt unmittelbar schädigend auf das Gefäßsystem.
  • Gesunde Ernährung - Fett- und cholesterinreiche Nahrung sollte vermieden werden. Hingegen empfiehlt sich eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung. Sich gesund zu ernähren kann genussreich sein und Spaß machen.
  • Alkohol nur in kleinen Maßen - Dabei ist zu beachten, dass Frauen nur halb so viel wie Männer zu sich nehmen dürfen. Praktisch gesprochen: der Mann einen Viertelliter Wein, die Frau einen Achtelliter.
  • In Bewegung bleiben - Wem die Zeit für den Sportverein fehlt, kann trotzdem Bewegung in seinen Alltag integrieren, indem er für kurze Strecken nicht das Auto benutzt, statt Fahrstuhl Treppe läuft etc.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!

Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte bleiben oft jahrzehntelang unentdeckt. Eine Vorsorgeuntersuchung kann diese wichtigen Risikofaktoren kontrollieren und entsprechende Vorbeugemaßnahmen ergreifen, so dass es erst gar nicht zu einer koronaren Herzkrankheit kommen kann.

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