In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was ist eine Herzinsuffizienz?
- Schweregrade einer Herzinsuffizienz
- Symptome
- Herzinsuffizienz-Formen
- Ursachen
- Behandlungsmaßnahmen
- Vorbeugen
Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper
Das Herz arbeitet "insuffizient", was übersetzt "schwach" oder "mangelhaft" heißt. Aus diesem Wort leitet sich auch der Name der Krankheit ab. Das Herz ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Organismus des Erkrankten zu pumpen. Die Versorgung der Organe und Gewebestrukturen mit Sauerstoff und Nährstoffen ist eingeschränkt. Sobald der Körper die verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens nicht mehr anderweitig kompensieren kann, kommt es zur Entgleisung einer oder mehrerer wichtiger Körperfunktionen.
Akute und chronische Herzinsuffizienz
Dieser Zustand kann innerhalb von wenigen Tagen oder sogar Stunden eintreten. Mediziner sprechen dann von einer akuten Herzinsuffizienz, die immer einen medizinischen Notfall darstellt. Anders verhält es sich bei einer chronischen Herzinsuffizienz. Hier entwickelt sich die Erkrankung eher schleichend über Monate oder sogar Jahre hinweg und wird, vor allem im Anfangsstadium, von den meisten Betroffenen gar nicht bemerkt. Sobald jedoch beispielsweise ein Infekt, eine Entgleisung des Blutdruckes oder Herzrhythmusstörungen das Herz noch zusätzlich belasten, kann auch aus einer chronischen Herzschwäche sehr schnell ein akuter Zustand werden.
Schweregrade einer Herzinsuffizienz
Schweregrad 1
Es sind keine Symptome vorhanden. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist nicht eingeschränkt. Allein medizinische Untersuchungsergebnisse bestätigen eine Herzinsuffizienz. Meistens handelt es sich dabei um eine Zufallsdiagnose.
Schweregrad 2
Die körperliche Leistungsfähigkeit ist leicht eingeschränkt. Während in Ruhe oder bei geringer Anstrengung keine Beschwerden auftreten, gehen stärkere körperliche Belastungen, wie sie beispielsweise beim Treppensteigen oder Bergaufgehen üblich sind, mit Beschwerden einher.
Schweregrad 3
In Ruhe bestehen keine Beschwerden. Alltägliche Tätigkeiten, wie das Gehen auf ebenem Boden können nur noch mit eingeschränkter Leistung bewältigt werden.
Schweregrad 4
Sowohl in Ruhephasen als auch bei körperlicher Belastung sind Beschwerden vorhanden, welche die Lebensqualität zum Teil massiv beeinträchtigen.
Die Beschwerden können sich während des Krankheitsverlaufes sowohl in Bezug auf den Schweregrad ändern als auch Schwankungen unterliegen. Während manche der Betroffenen nur gelegentlich über Beschwerden klagen, müssen andere Erkrankte dauerhaft mit ihnen leben.
Symptome - Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit, Ermüdung
Frühe Anzeichen für eine Herzschwäche sind zumeist
- eine allgemeine Abgeschlagenheit trotz ausreichend langer Erholungsphasen,
- die schnelle Ermüdung bei körperlicher Belastung oder
- eine verminderte Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg.
Auch Kurzatmigkeit, die von vielen der Betroffenen als quälende Luftnot empfunden wird und sich unter Anstrengung noch verstärkt, kann auf eine Herzinsuffizienz hindeuten. Häufig kommt es im Körper zu Wassereinlagerungen. Viele Erkrankte bemerken das daran, dass plötzlich die Ränder der Socken sichtbar einschnüren oder der Hosenbund ohne nachvollziehbaren Grund immer enger wird.
Herzinsuffizienz-Formen
Medizinisch werden drei verschiedene Herzinsuffizienz-Formen unterschieden: die Rechtsherzinsuffizienz, die Linksherzinsuffizienz und die globale Herzinsuffizienz.
Rechtsherzinsuffizienz - Blutstau vor dem Herzen
Hierbei staut sich das Blut, das von den Organen zurückkommt, vor dem geschwächten Herzen, da es nicht schnell genug weitergepumpt werden kann. Dadurch entsteht in den Blutgefäßen ein erhöhter Druck, welcher häufig zu Wasseransammlungen in den Gewebestrukturen führt. Meistens sammelt sich dieses Wasser dann in den Beinen, in der Leber, im Brustkorb oder in der Bauchhöhle. Für den Erkrankten macht sich eine durch Wasseransammlungen geschwollene Leber oft durch einen unangenehmen Druck im Oberbauch bemerkbar. Aber auch das Tragen eines Gürtels kann bereits als sehr unangenehm empfunden werden. Meist geht die Rechtsherzschwäche mit einer Appetitlosigkeit einher.
Linksherzinsuffizienz - Herz pumpt zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Kreislauf
Hierbei ist das Herz nicht mehr in der Lage, eine ausreichend große Menge sauerstoffreiches Blut in den Kreislauf zu pumpen. Das Blut staut sich in der Lunge, was sich zumeist in zunehmender Atemnot bemerkbar macht. Auch ein sehr niedriger Blutdruck kann eine Folge von Linksherzschwäche sein.
Globale Herzinsuffizienz - Beide Herzhälften arbeiten nicht mehr ausreichend
Falls beide Herzhälften betroffen sind, wird von einer globalen Herzinsuffizienz gesprochen. Die Symptome treten hier zumeist erst unter körperlicher Anstrengung auf. Die Betroffenen ermüden sehr schnell, haben keine Kraft mehr und das Atmen fällt mit fortschreitender Belastung immer schwerer.
Ursachen - Übergewicht, chronische Krankheiten, hoher Cholesterinspiegel
Eine Herzschwäche kann bereits im Kindesalter auftreten, wobei dann in den meisten Fällen ein angeborener Herzfehler die Ursache ist. Alle anderen Ursachen unterliegen verschiedenen Risikofaktoren. Dazu zählen:
- spezielle chronische Krankheiten
- dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente
- psychosoziale Faktoren
- schlechter und stressiger Lebensstil
- fettreiche Ernährung mit einhergehendem Übergewicht
- ein hoher Cholesterinspiegel
- regelmäßiger bzw. exzessiver Alkoholgenuss
- Bewegungsmangel
- Rauchen
Auch wenn das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter höher wird: Herzinsuffizienz ist keineswegs eine natürliche Alterserscheinung!
Ursachen die unmittelbar vom Herzen ausgehen
Eine koronare Herzkrankheit, Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen sind häufige Ursachen für eine Herzinsuffizienz, die unmittelbar vom Herzen ausgehen. Aber auch ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck belastet das Herz, indem er die Arterien schädigt. Dabei handelt es sich um die Adern, die das mit Sauerstoff angereicherte Blut zu den Organen transportieren. Infolge kann sich eine koronare Herzkrankheit ausbilden, die wiederum ein besonders ernst zu nehmender Risikofaktor für eine Herzschwäche ist.
Vorrübergehende Herzinsuffizienz bei Infektionen oder Stoffwechselstörungen
Häufig ist jedoch nicht einmal das Herz selbst die Ursache für die Entstehung der Krankheit. So muss das Herz beispielsweise bei Fieber infolge eines Infektes oder bei einer Überfunktion der Schilddrüse mehr leisten als im Normalfall, weil der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Dabei kann es zu einer, glücklicherweise jedoch meist nur vorübergehenden akuten Herzinsuffizienz kommen. Wird die ursprüngliche Erkrankung jedoch nicht vollständig auskuriert oder beginnt die körperliche Belastung zu früh, kann sich durchaus ein chronischer Krankheitsverlauf entwickeln.
Behandlungsmaßnahmen - Medikamente, Naturheilmittel, Operation
Je nach Ursache kann die Behandlung einer Insuffizienz des Herzens sehr unterschiedlich sein. Besteht beispielsweise eine Grunderkrankung, in deren Folge sich die Herzschwäche entwickelt hat, wird mit deren Heilung mit höchster Wahrscheinlichkeit auch das Herzproblem positiv beeinflusst. Wurde die Herzinsuffizienz durch übermäßigen Alkoholkonsum provoziert, kann allein der völlige Verzicht auf Alkohol eine vollständige Heilung bewirken.
Medikamentöse Behandlung - ACE-Hemmer, Betablocker & Diuretika
In erster Linie werden
- Diuretika,
- ACE-Hemmer und
- Betablocker,
entweder einzeln oder in Kombination verabreicht. Bei der Auswahl des richtigen Medikamentes sind sämtliche Vorerkrankungen und die bereits hierfür verabreichten Präparate in die Entscheidung mit einzubeziehen. Es kann durchaus eine gewisse Zeit dauern, bis die optimale Dosis bzw. die richtige Zusammensetzung für den jeweiligen Patienten gefunden ist. Diese sogenannte "Einstellungsphase" muss zwingend von einem Arzt begleitet werden, der die Vorgeschichte seines Patienten genau kennt und über alle bereits beobachteten Reaktionen Bescheid weiß. Experimente im Alleingang sind nicht zu empfehlen, da diese unter Umständen sogar lebensgefährlich werden können.
Naturheilmittel - Weißdorn, Schüßler Salze
Bei einer Insuffizienz mit den Schweregraden 1 bis 2 oder zur Ergänzung konventioneller Medikamente empfehlen Alternativmediziner, wie Homöopathen oder Heilpraktiker oftmals Präparate, in denen Wirkstoffe aus Weißdorn enthalten sind. Auch andere pflanzliche Wirkstoffe, wie beispielsweise Terminalia arjuna oder Carnitin werden empfohlen. Bei körperlichen Mangelzuständen können auch künstlich hergestellte Vitamine oder die gezielte Anwendung von Schüßler Salzen als Nahrungsergänzung hilfreich sein.
Naturheilmittel nur in Absprache mit dem Arzt anwenden
Allerdings ist es auch bezüglich dieser Präparate ganz wichtig, den behandelnden Arzt zu informieren und entsprechend einzubeziehen. In Wechselwirkung mit den anderen Medikamenten kann es durchaus zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Erfahrungsgemäß wird es auch hier eine gewisse Zeit dauern, bis die therapeutisch sinnvolle Kombination in der richtigen und gut verträglichen Menge gefunden ist. Manchmal sogar mehrere Monate. Die ausschließliche Behandlung einer Herzinsuffizienz mit homöopathischen Mitteln lehnt die klassische Schulmedizin, aufgrund fehlender wissenschaftlicher Beweise, die deren Wirksamkeit belegen, bislang strikt ab.
Operative Behandlung - Herzschrittmacher, künstliches Herz oder Herztransplantation
Herzschrittmacher
Das Einpflanzen eines Herzschrittmachers wird zumeist erst ab Schweregrad 3 in Betracht gezogen. Gerade Patienten, bei denen Medikamente allein kein befriedigendes Ergebnis erbrachten, bei denen lange andauernde Krankenhausaufenthalte schon zum Alltag dazugehören und die in ihrer Lebensqualität beträchtlich eingeschränkt sind, können unter bestimmten Voraussetzungen durch einen Schrittmacher viele Jahre Lebenszeit hinzugewinnen.
Künstliches Herz
Wenn alle anderen verfügbaren Methoden erfolglos bleiben und sich ein schwer an Herzinsuffizienz Erkrankter in permanenter Lebensgefahr befindet, kann es durchaus auch angezeigt sein, ihm ein "künstliches Herz" einzusetzen. Dabei handelt es sich um ein mechanisches System, welches das Herz nicht vollständig ersetzt, sondern bei seiner Pumparbeit unterstützt. Mitunter stellt das "künstliche Herz" auch eine praktikable Überbrückungslösung bis zu einer beabsichtigten Herztransplantation dar.
Herztransplantation
Die Herztransplantation ist schließlich die letzte und zugleich drastischste Möglichkeit, schwer Erkrankten sowohl Lebensjahre als auch Lebensqualität zu schenken. Dabei wird ein Spenderherz beim Empfänger eingepflanzt. Derartige Operationen bergen hohe Risiken und werden nur in speziellen Herzzentren durchgeführt. Nicht jeder Patient ist für eine Transplantation geeignet.
Vorbeugen - Alkohol- und Nikotinverzicht & Bewegung
Übergewicht, Mangel an Bewegung, Alkohol und Zigaretten schaden der Gesundheit insbesondere dem Herzen. Unkontrollierter Alkoholkonsum ist eine der häufigsten Ursachen für eine Herzschwäche. Beim Rauchen wird der Sauerstofftransport innerhalb des gesamten Körpers und somit auch innerhalb des Herzmuskels gestört. Das wiederum führt bei zahlreichen Rauchern langfristig zu einer Unterversorgung der Herzmuskulatur, in deren Folge die Leistungsfähigkeit des Herzens dauerhaft geschädigt werden kann. Daher gilt es diese Faktoren zu meiden und eine gesunde Lebensweise zu führen.
Impfungen gegen Grippe & Pneumokokken
Zahlreiche Probleme bezüglich einer verminderten Herzleistung treten in Kombination mit Infektionskrankheiten, wie beispielsweise einer Virusgrippe oder einer Infektion mit Pneumokokken auf. Sprechen keine gravierenden Gründe dagegen, sollte sich deshalb jeder regelmäßig gegen derartige Infektionen impfen lassen.