In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was sind Winterdepressionen?
- Symptome
- Ursache
- Behandlung
- Vorbeugen
Depressiver Gemütszustand an grauen Wintertagen
Grundsätzlich gibt es für Winterdepressionen keine spezielle „Zielgruppe“, jedoch lässt sich sagen, dass ältere Menschen und Frauen häufiger betroffen und deshalb stärker gefährdet sind. Der Tag beginnt für Betroffene mit dem Morgengrauen, da sie durch quälende Gedanken aus dem Schlaf gerissen wurden. Sie fürchten sich vor den neuen Tag und den damit verbundenen Aufgaben, denen sie sich nicht mehr gewachsen fühlen. Zudem trauen sie sich kaum noch etwas zu und ihr Gemütszustand ist sehr depressiv gestimmt. Zwar kann sich dieser im Laufe des Tages etwas aufhellen, jedoch bleibt immer eine gewisse Grundtristesse.
Charakteristisch ist der Heißhunger auf Süßes
Typisch für einen Winterblues und damit ein Unterschied zu anderen Formen der Depression, ist der große Heißhunger auf Süßigkeiten, Kekse und andere süße Teigwaren. Besonders beliebter Seelentröster ist Schokolade. Denn diese lässt nicht nur den Blutzuckerspiegel steigen, sondern enthält auch einen speziellen Eiweißbaustein, aus dem das „Glückshormon“ Serotonin gebildet wird. Allerdings steigen mit zunehmendem Schokoladenverzehr auch die Pfunde, wodurch ein ständiger Teufelskreis aus Seelentief und Frustfigur entsteht.
Symptome - Müdigkeit, Schwäche, Reizbarkeit & schlechte Laune
- schlechte Laune
- erhöhtes Schlafbedürfnis
- Müdigkeit
- Niedergeschlagenheit
- Energielosigkeit (Schwäche)
- Reizbarkeit
- Nervosität
- übermäßiger Appetit (auf Süßes)
- Erschöpfung
- Magen-Darm-Probleme
Tageslicht-Mangel fördert die Entstehung
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ein Mangel an Tageslicht in dieser Jahreszeit maßgeblich an der Entstehung depressiver Verstimmungen beteiligt ist. Denn dadurch wird der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gebracht, wodurch der Körper vermehrt das Hormon Melatonin bildet, welches schläfrig macht. Von dem stimmungsaufhellenden Hormon Serotonin ist dagegen jedoch zu wenig im Körper vorhanden. Zusätzlich verstärkt sich die depressive Verstimmung durch Bewegungsmangel, ungesunde Lebensweise (viel Alkohol und Nikotin) und ein ungesundes Essverhalten.
Behandlung - Lichttherapie, Ausdauersport & Johanneskraut-Präparate
Lichttherapie fördert die Ausschüttung von Serotonin
Eine wirksame Möglichkeit das Stimmungstief zu behandeln, ist die Lichttherapie. Bei dieser wird der Betroffene bis zu zwei Stunden täglich sehr starkem Licht (mindestens 10.000 Lux) ausgesetzt. Das entspricht ungefähr einem hellen Sommertag. Einfacher wäre es natürlich jeden Tag mindestens eine Viertelstunde lang nach draußen zu gehen. Denn selbst an bewölkten Wintertagen ist das Sonnenlicht noch drei- bis viermal so stark, wie die Zimmerbeleuchtung. Durch das Licht veranlasst das Gehirn dann vermehrt die Ausschüttung des Stimmungsaufhellers und Wachmachers Serotonin.
Sportliche Aktivitäten fördern die Ausschüttung von Endorphinen
Aber auch Ausdauersport wie Laufen, Walken und Radfahren, hat einen deutlich stimmungsaufhellenden Effekt. Denn sportliche Aktivität verursacht die Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen, welche eine steigernde Wirkung auf das Glücks- oder Zufriedenheitsempfinden haben. Doch gerade depressive Menschen sind antriebsarm und können sich nur schwer zu sportlicher Betätigung aufraffen.
Pflanzliche Johanneskraut-Präparate unterdrücken das Absinken des Serotonin-Spiegels
Erfolgsversprechend ist dann besonders die Kombination aus Sport und hoch dosierte pflanzliche Johanneskraut-Präparate (500 bis 800 mg Trockenextrakt pro Tag). In zahlreichen Studien wurde bewiesen, dass sich der Johanneskrautextrakt direkt im Hirnstoffwechsel ansetzt und das Absinken des Serotonin-Spiegels unterdrückt. Das bewirkt eine Stimmungsaufhellung und eine deutliche Motivationssteigerung, wodurch wiederum der Einstieg in regelmäßige Bewegung leichter fällt. Um dem Wintertief jedoch entgegenzuwirken, ist eine frühzeitige Einnahme der Präparate sehr wichtig. Denn Johanneskraut sollte mindestens zwei Wochen eingenommen werden, bis es seine volle Wirkung entfaltet.
Eicosane unterstützen die Wirkung von Serotonin
Angeblich helfen auch so genannte Eicosane (bestimmte ungesättigte Fettsäuren), welche ein wichtiger Bestandteil der Nervenzellen sind, die Wirkung von Serotonin zu unterstützen. Besonders viel dieser ungesättigten Fettsäuren enthält Fisch, was erklären würde, warum in den Ländern, in denen es einen hohen Fischverzehr gibt, seltener Menschen unter Depressionen leiden.
Entgegenwirken mit Hilfe von Freizeitaktivitäten
Wer also weiß, dass er auf die dunkle Jahreszeit mit Verstimmungen reagiert, sollte vor allem seine Freizeit im Voraus planen, um z. B. mit Kinobesuchen, Spaziergängen oder Verabredungen mit Freunden, der depressiven Stimmung vorzubeugen und den Alltag in den tristen und grauen Monaten mit bewährter Kraft meistern zu können.