In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Wie lange schlafen Babys?
- Warum schlafen Babys anders?
- Die richtige Schlafumgebung
- Was hilft beim Einschlafen?
- Was, wenn das Baby häufig aufwacht?
- Manchmal ist Hilfe sinnvoll
Neugeborene schlafen in der Regel 16 bis 18 Stunden pro Tag
In den ersten drei Monaten schlafen Babys durchschnittlich etwa 16 bis 18 Stunden innerhalb von 24 Stunden, verteilt auf etwa fünf Schlafphasen über Tag und Nacht. Dabei gilt: Jedes Baby ist anders und hat sein eigenes Schlafbedürfnis. Manche Babys schlafen viel und leicht, andere brauchen länger zum Einschlafen oder wachen öfter auf. Einige schlafen früh längere Phasen am Stück, bei anderen dauert das länger oder der Schlafrhythmus ändert sich immer wieder.
Nach den ersten drei Monaten nimmt der Schlafbedarf allmählich ab. Mit etwa sechs Monaten schlafen viele Babys noch rund 14 bis 15 Stunden täglich, oft mit längeren, zusammenhängenden Nächten und kürzeren Nickerchen tagsüber.
Babys können nicht bewusst steuern, wann sie schlafen möchten, sondern werden vom Schlaf übermannt. Wenn ein Baby zum Schlafen hingelegt wird, obwohl es noch nicht müde ist, fällt das Einschlafen oft schwer und es kann unruhig werden. Deshalb ist es wichtig, die Müdigkeitszeichen wie Gähnen, Augenreiben oder Unruhe frühzeitig zu erkennen und das Baby dann ins Bett zu bringen. So wird der natürliche Schlafrhythmus unterstützt und das Einschlafen erleichtert.
Da das Schlafverhalten sehr individuell ist, sollten Eltern ihr Baby nicht mit anderen Kindern vergleichen, sondern akzeptieren, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus und unterschiedlichen Schlafbedarf hat.
Babys müssen ihren Schlafrhythmus finden
Babys sind neurologisch noch nicht ausgereift. Ihr Schlafrhythmus entwickelt sich erst langsam und wird mit der Zeit an den Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Zudem wachen Babys häufig auf, weil sie Hunger haben, die Windel gewechselt werden muss oder sie Nähe suchen. Diese natürlichen Bedürfnisse führen zu häufigem Aufwachen und kurzen Schlafphasen.
Die richtige Schlafumgebung
Ein sicherer, ruhiger und dunkler Schlafplatz ist wichtig für einen guten Babyschlaf. Das Baby sollte auf dem Rücken schlafen, um das Risiko des plötzlichen Kindstods zu minimieren. Die Matratze sollte fest und atmungsaktiv sein. Die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine Rolle: Ideal sind etwa 18 bis 20 Grad Celsius und regelmäßiges Lüften.
Der Plötzliche Kindstod betrifft Neugeborene, vorrangig zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat. Auch, wenn die Ursachen für das plötzliche Sterben eines Kindes im Schlaf nicht geklärt sind, so gibt es doch einige Risikofaktoren, die einen Plötzlichen Kindstod begünstigen. Zwischen 1991 und 2015 ist die Zahl der plötzlichen Säuglingstode in Deutschland um über 90% zurückgegangen2 – vor allem dank gezielter Aufklärung über Risikofaktoren. Besonders das Schlafen in Bauch- oder Seitenlage, Überwärmung (z.B. durch zu warme Kleidung oder das Elternbett) sowie elterliches Rauchen erhöhen das Risiko deutlich. Stillen hingegen wirkt schützend. Daher ist es wichtig, die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen allen Eltern nahezubringen.
Folgende Punkte für eine gesunde Schlafumgebung und einen gesunden Schlaf sind als Empfehlungen zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes zu berücksichtigen:
- rauchfreie Umgebung während der Schwangerschaft und danach sicherstellen
- Baby im eigenen Kinderbett im Elternzimmer schlafen lassen, besonders in den ersten 6 Monaten und bei Rauchern in der Familie
- Baby immer auf dem Rücken zum Schlafen legen; feste Unterlage verwenden
- Überwärmung vermeiden: Raumtemperatur nachts etwa 18 °C
- Altersgerechten Baby-Schlafsack statt Bettdecke verwenden
- Haut zwischen den Schulterblättern sollte warm, aber nicht verschwitzt sein
- Ohne Schlafsack das Baby so ins Bett legen, dass die Füße am Fußende anstoßen
- Auf Kopfkissen, Fellunterlagen, „Nestchen“, gepolsterte Bettumrandungen und größere Kuscheltiere verzichten
- Baby nicht fest zum Schlafen einwickeln
- Zum Einschlafen Schnuller anbieten (kein Zwang, keine Re-Platzierung im Schlaf)
- Stillen im ersten Lebensjahr so lange wie möglich fortsetzen
Was hilft beim Einschlafen?
Ein ruhiges und liebevolles Einschlafritual ist eine der besten Voraussetzungen, damit dein Baby leichter zur Ruhe kommt. Dazu gehören zum Beispiel:
- Ein regelmäßiger Ablauf am Abend, der das Baby sanft auf den Schlaf einstimmt, z.B. ein warmes Bad, ruhige Musik oder eine kleine Geschichte.
- Eine ruhige und gedimmte Umgebung ohne grelles Licht oder laute Geräusche.
- Das Vermeiden von Bildschirmzeit (Tablet, Handy, Fernseher) generell, jedoch mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen.
- Nähe und Körperkontakt wie Kuscheln oder sanftes Wiegen geben dem Baby Sicherheit.
- Das Baby sollte weder zu müde noch zu wach ins Bett – ein „gerade richtig müdes“ Baby schläft oft leichter ein.
Diese Rituale helfen dem Baby, den Übergang vom Wachsein zum Schlaf zu schaffen und die innere Uhr besser zu regulieren.
Was tun bei häufigem Aufwachen?
Wenn das Baby nachts oft aufwacht, kann das mehrere Ursachen haben. Hier einige Tipps, um das nächtliche Aufwachen zu reduzieren:
- Ruhige reagieren, ohne viel Licht oder Aktivität, um das Baby nicht unnötig zu stimulieren.
- Versuchen, das Baby in der eigenen Bettumgebung zu beruhigen, ohne es sofort hochzunehmen – manchmal hilft schon sanftes Streicheln.
- Darauf achten, dass Hunger, Durst oder eine volle Windel nicht die Ursache sind.
- Vermeiden, das Baby nachts mit viel Spiel oder langen Fütterungen zu „überstimulieren“.
- Ein fester Schlafplatz und eine konsistente Einschlafroutine geben Orientierung und fördern den selbstständigen Wiedereinschlaf.
Wenn das nächtliche Aufwachen sehr häufig oder belastend ist, lohnt sich der Austausch mit Kinderärzten oder Schlafexperten.
Der Austausch mit Fachleuten kann helfen
In den ersten Lebensmonaten kann der Schlafmangel durch häufiges nächtliches Aufwachen des Babys für Eltern sehr belastend sein. Anhaltende Erschöpfung, Mutlosigkeit oder Überforderung sind in dieser Phase keine Seltenheit. In solchen Fällen ist es sinnvoll, sich frühzeitig Unterstützung zu holen – zum Beispiel bei Kinderärztinnen und -ärzten, Hebammen, Schreiambulanzen oder in Eltern-Kind-Gruppen.
Zeigt ein Baby über längere Zeit ungewöhnlich starke Schlafprobleme – etwa ständiges Aufwachen, große Einschlafschwierigkeiten oder starke Tagesmüdigkeit – sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Kinder- oder Schlafmediziner können dann die Ursache feststellen und gezielte Unterstützung anbieten.
Quellen
1,2https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/10_DGSM-Schlafstoerungen-bei-Kindern_barrierefrei.pdf (Link zuletzt abgerufen am 11.06.2025, 12.29 Uhr)
https://www.kindergesundheit-info.de/
https://www.dgkj.de/
*Der aktive (REM-)Schlaf ist eine Phase, in der das Gehirn besonders aktiv ist und schnelle Augenbewegungen auftreten. Diese Schlafphase ist wichtig für die Gehirnentwicklung und das Träumen.