In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Allergene einer Tierhaarallergie
- Symptome einer Tierhaarallergie
- Allergieauslöser: Katzen, Hunde & Vögel
- Behandlung einer Tierhaarallergie
- 15 Tipps für Tierhaarallergiker
Nicht die eigentlichen Haare sind die Allergene
Eigentlich ist der Begriff „Tierhaarallergie“ nicht ganz richtig, denn es sind nicht die Haare der Tiere auf die der Körper allergisch reagiert, sondern vielmehr die Substanzen die an den Haaren haften. Die Allergene sind also eiweißhaltige Bestandteile aus Hautschuppen, Speichel, Schweiß, Talg, Urin oder Kot des Tieres, welche an den Tierhaaren haften und mit dem Staub in der Luft verbreitet werden. Landen diese dann auf den menschlichen Schleimhäuten der Augen, der Nase oder den Bronchien, lösen sie bei empfindlichen Menschen eine allergische Reaktion aus.
Symptome einer Tierhaarallergie - Juckreiz, Ekzeme, gerötete Augen, Asthma-Anfälle
In der Regel ist eine Tierhaarallergie leicht zuerkennen, da die typischen Symptome direkt nach dem Kontakt mit dem Tierallergen auftreten. Dazu zählen gerötete Augen (Bindehautentzündungen), Niesattacken, Juckreiz der Schleimhäute mit Kratzen im Rachenbereich, Fließschnupfen, Nesselausschlag, Ekzeme sowie Asthma-Anfälle (anfallartige, schwere Atemnot mit Verengung der Atemwege). Allerdings gibt es auch Formen der Tierhaarallergie, bei denen die Betroffenen nicht einmal in Kontakt mit Tieren kommen. Dies sind häufig Katzenallergien, da hier ein geringer Allergenkontakt z. B. durch Katzenhaare an der Kleidung von anderen ausreicht, um eine Reaktion auszulösen.
Häufige Allergieauslöser: Katzen, Hunde & Vögel
Allergien gegen Katzen, Hunde, Vögel und Nagetiere wie Meerschweinchen, Hamster oder Kaninchen sind am weitesten verbreitet. Allerdings sind auch Allergien gegen Pferde und Kühe nicht selten.
Katzen - Katzenallergene können sich noch Monate später in der Luft befinden
Katzen sind die häufigsten Auslöser für Tierhaarallergien. Durch die besonders guten Schwebeeigenschaften der Katzenallergene, befinden sich diese auch noch Monate nach der Entfernung der Katze aus der Wohnung, in der Luft. So zeigt es sich, dass sich sogar Katzenhaare im Schwebestaub in Räumen befinden, in denen nie zuvor eine Katze war. In solchen Fällen wurde das Allergen über die Kleidung von Katzenbesitzern in die Räume hineingetragen. Da die Allergenstruktur verschiedener Katzenrassen unterschiedlich ist, müssen Betroffene nicht automatisch auf alle Katzen allergisch reagieren.
Hunde - Kurzhaarige Hunderassen haben ein höheres Allergenpotenzial
Da Hundeallergene weniger aggressiv sind, als die von Katzen, kommt es nur zu leichten Allergiesymptomen. Auch besitzen hier die einzelnen Rassen unterschiedliche Allergenpotenziale. Zum Beispiel haben kurzhaarige Hunderassen ein höheres Allergenpotential als langhaarige Rassen. Deshalb können Hundehaarsensibilisierungen rassenspezifisch sein und sich auf eine oder wenige Hunderassen begrenzen.
Vögel - Allergie gegen Vogelmilben + Allergie gegen Hausstaubmilben
Vögel können durch ihre Federn, ihren Kot sowie auch durch Milben im Gefieder des Tieres, eine allergische Reaktion bei Menschen auslösen. Bei einer Allergie auf die Vogelmilben besteht häufig auch eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben. Direkt nach dem Kontakt mit dem Vogel, oder der Reinigung des Käfigs, treten die typischen Symptome wie Atemnot auf. Eine so genannte „Vogelhalterlunge“, gehört zu den verzögerten Reaktionstypen (Typ 3), und wird besonders oft bei Taubenzüchtern festgestellt. Diese Erkrankung zeigt sich ca. drei bis sechs Stunden nach dem Vogelkontakt und äußert sich durch Husten, Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost sowie Luftnot. Dieses Krankheitsbild kann allerdings lebensbedrohlich enden, wenn ein weiterer Kontakt zu den Tieren nicht vermieden wird.
Behandlung: Vermeidung des entsprechenden Tieres
Zweifelsohne ist die Entfernung des entsprechenden Tieres aus der Umgebung, die effektivste Behandlungsmöglichkeit. Menschen mit einer Tierhaarallergie sollten auch vorsichtig bei Kleidungs- und Einrichtungsgegenständen aus Tierhaaren sein, denn auch Felle, Teppiche, Kleidungsstücke oder andere Gegenstände aus Tierhaaren können Allergene enthalten. In manchen Fällen kann eventuell eine Hyposensibilisierung helfen.
15 Tipps für Tierhaarallergiker
Falls man sich nicht von seinen Vierbeinern trennen kann, helfen folgende Tipps:
- Nach jedem Kontakt mit dem Tier, die Hände waschen.
- Das Schlafzimmer strikt tierfrei halten.
- Die Wohnung mit wenigen Möbeln und Teppichen einrichten.
- Engen Körperkontakt mit dem Haustier soweit wie möglich vermeiden.
- Fußböden und Möbel sollten aus leicht feucht zureinigenden Materialien bestehen.
- Die Haustiere so oft wie möglich waschen und kämmen und das Fell häufig mit einem feuchten Lappen abwischen, um lose Allergene zu reduzieren.
- Beim Kauf von Teppichen und Matratzen auf tierhaarfreie Materialien (keine Rosshaarmatratzen) achten.
- Täglich einen Staubsauger mit besonders leistungsfähigen Filtereigenschaften benutzen.
- Das Tier sollte keinen Schlafplatz auf Möbelstücken haben, die täglich benutzt werden (z. B. Sofa).
- Felle, Pelze und Gegenstände, an denen sich besonders schnell Staub ansammelt (z. B. Kuscheltiere, getrocknete Blumen) vermeiden.
- Regelmäßig Möbel und Fußböden mit einem feuchten Tuch reinigen.
- Bei einer Allergie gegen Federn, sollten Federbetten gemieden werden.
- Decken und Kissen, sowie Bettwäsche häufig waschen.
- Angorawolle von Kaninchen und Ziegen, Textilien und Teppiche aus unbearbeiteter Schafwolle, Decken aus Kamelhaar sowie Kleidung aus Alpaca-Wolle meiden.
- Kann ein enger Kontakt mit Tieren über einen längeren Zeitraum nicht vermieden werden, sollten Antihistaminika, in Form von Tropfen, Sprays oder Tabletten verwendet werden.