In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Bauchprobleme nach der Schwangerschaft
- Busenprobleme nach der Schwangerschaft
- Poprobleme nach der Schwangerschaft
- Straffe Haut durch Fettabsaugen
Jede Schwangerschaft hinterlässt Spuren und viele Frauen leiden danach unter mehr oder weniger starken Veränderungen des Körpers. Mal nur leichte, mal solche, mit denen Frauen nicht leben möchten.
Bauchprobleme nach der Schwangerschaft - Hautschürze oder Kugelbauch
Nach der Geburt sind Haut und Gewebe noch leicht schwammig und weich. Dies ist auch kein Wunder, denn während der Schwangerschaft wurde dem Gewebe eine Menge Flexibilität abverlangt. Bei stillenden Müttern verschwindet die Wölbung am Bauch eher, da das Stillen die Bildung des Hormons Oxytocin anregt, welches positiv auf die Gebärmutter wirkt. Der Uterus zieht sich zusammen und verkleinert sich, wodurch zudem die Gefahr von Nachblutungen sinkt. Übrig bleibt häufig eine Überdehnung der Haut. Dies kann sich z. B. äußern durch eine regelrechte Hautschürze über der Hose oder mit einer hängenden Hautrolle über den Nabel. Aber auch die Bauchmuskulatur kann eine Überdehnung davon getragen haben. In diesem Fall weichen die beiden geraden Bauchmuskeln auseinander, wodurch ein Trommel- oder Kugelbauch entsteht.
Hautstraffung durch Cremen und Massage
In erster Linie trägt eine straffende Bodylotion oder Vitamin-E-reiches Öl (wie Mandel- oder Olivenöl) dazu bei, die Haut wieder geschmeidig und fest werden zu lassen. Nebenbei liefert es natürlich noch eine Extraportion Feuchtigkeit. Dabei ist es jedoch wichtig, das Öl nach jedem Baden oder Duschen auf die noch feuchte Haut aufzutragen, da sonst die Haut leicht austrocknet. Jedoch ist die Wirkung von Ölen und Massagen begrenzt und lediglich zur Unterstützung geeignet.
Hautstraffung durch Sport
Um der schlaffen Haut am Bauch den Kampf anzusagen, steht Sport an oberste Stelle. Vor allem spezielle Gymnastikübungen können hier helfen. Zum Beispiel mit einem Gymnastikball: Auf diesen sollte man sich so legen, dass man mit dem Becken aufliegt und die Arme dabei den Körper leicht angewinkelt abstützen. Die Hände befinden sich unter den Schultern. Kopf, Wirbelsäule und Beine bilden eine Linie. Nun muss der Beckenboden angespannt und der Bauch eingezogen werden. Diese Spannung drei bis vier Atemzüge halten und wieder entspannen.
Rückbildungsgymnastik hilft Haut und Muskulatur zu straffen
Zusätzlich ist es hilfreich den Beckenboden durch einfache Übungen zu stärken. Denn dieser unterstützt die gesamte Rückenmuskulatur, Schultern, Arme sowie die Organe im Bauch. Die so genannte Rückbildungsgymnastik ist besonders wichtig, da sie die Muskeln im Beckenboden stärkt und eine Gebärmuttersenkung sowie ungewollten Urinabgang vorbeugt. Ein Kurs bzw. die Übungen sollten innerhalb der ersten vier Monate nach der Geburt beginnen. Am Anfang ist es ausreichend, wenn in Rückenlage der Beckenboden so fest und so oft wie möglich zusammen gezogen und wieder losgelassen wird. Liegt die Geburt schon einige Wochen zurück, eignet sich auch eine andere Übung. Dazu legt man sich auf die Seite, wobei Kopf, Becken und Brust eine Linie bilden. Die Beine sind gestreckt, der angewinkelte Arm steht senkrecht unter der Schulter. Dann ausatmen, den Beckenboden anspannen und das Becken sowie Beine von der Unterlage heben. Diese Spannung ein bis zwei Minuten halten und danach die Seite wechseln.
10 Minuten täglich Gymnastikübungen reichen schon aus
Für die Gymnastikübungen sollten jeden Tag ca. zehn Minuten eingeplant werden. Trainiert wird der Beckenboden auch, wenn er in Freizeitsituationen immer mal wieder angespannt wird (z. B. in der Schlange vor der Supermarktkasse). Bauchmuskelübungen wie Sit-ups empfehlen sich nicht bei frischgebackenen Müttern. Denn bei dem schnellen Aufschnellen aus der Rückenlage werden die Organe im unteren Becken durch die angespannten Bauchmuskeln auf den noch weichen Beckenboden gedrückt. Dadurch leiern die Muskeln leicht aus und es kann zu einer Harninkontinenz kommen. Um die Blase bei Belastungen (z. B. Heben, Husten, etc.) im Bauchraum kontrollieren zu können, benötigen Frauen jedoch kräftige Beckenbodenmuskeln.
Hautstraffung durch andere Alternativen
Nicht immer zeigen regelmäßige Massagen, straffende Bodylotionen und das richtige Fitnessprogramm den gewünschten Erfolg. Wer sich mit einem hängenden Hautlappen am Bauch (eine so genannte Schürze) nicht abfinden möchte, hat die Alternative zwischen einer Bauchdeckenstraffung oder einer Thermage.
Bauchdeckenstraffung
Bei einer Bauchdeckenstraffung wird ein leicht bogenförmiger Schnitt an der Schamhaargrenze gesetzt, die Bauchhaut abgelöst und die überschüssige Haut nach sorgfältiger Planung entfernt. Bei größerem Hautüberschuss muss der Nabel neu modelliert werden, damit er nicht plötzlich zu tief sitzt. Die erschlaffte Bauchmuskulatur wird nachhaltig und dauerhaft gestrafft, was zu einer sichtbaren Verbesserung der Silhouette führt. Ein derartiger Eingriff sollte jedoch erst nach abgeschlossener Familienplanung in Betracht gezogen werden. Zwar sind Haut und Muskelgewebe sehr dehnbar (da sie ja auch große Gewichtsveränderungen problemlos mitmachen), allerdings wird bei einer erneuten Schwangerschaft der Bauch wieder stark gedehnt. So könnte der Eingriff umsonst gewesen sein.
Thermage
Bei einer Thermage wird die Haut mit hochfrequenten Radiowellen bearbeitet, welche in die tiefen Hautschichten vordringen. Die Kollagen und das Gewebe werden gleichmäßig erwärmt und sofort sichtbar gestrafft. Diese Straffung hält in der Regel zwischen fünf und sieben Jahre an.
Busenprobleme nach der Schwangerschaft - Die Brust mit Massagen wieder in Form bringen
Nach der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es in der Regel drei verschiedene Möglichkeiten die Brust wieder „in Form“ zu bringen. Dies geschieht entweder durch eine
- Bruststraffung,
- Brustaufbau oder
- Brustverkleinerung.
In jedem Fall soll der Busen wieder straff und prall werden. Im Interesse einer straffen Haut ist es im Vorfeld besonders wichtig, dass langsam abgestillt wird, so dass sich das Gewebe nach und nach zurückbilden kann. Folgende Tipps können sich dabei positiv auf den Busen auswirken:
- Massagen können schon einiges bewirken. Am bestem empfiehlt sich eine Massage mit der flachen Hand. Dazu die Brust mit der flachen Hand von unten stützen und die andere Hand oben am Brustansatz ansetzen. Leichten Druck ausüben und mit kreisenden Bewegungen den Druck rund um die Brust fortsetzen. Auch bei dieser Art von Massage eignet sich ein Vitamin-E-reiches Öl am besten.
- Des Weiteren wirken sich kalt-warme Wechselduschen oder kalte Abreibungen positiv auf schlaffe Haut aus. Dazu einen Waschlappen in kaltes Wasser mit einem Spritzer Obstessig tauchen, den Lappen auswringen und die Brüste damit abreiben.
- Sinnvoll ist auch eine Massage mit Eiswürfeln. Die Gefäße der Haut werden trainiert und das Gewebe gleichzeitig gestrafft. Einfach das Eis zwei bis drei Minuten lang sanft kreisend über Brust und Dekolleté führen.
- Mit einer speziellen Brustmuskelübung lässt sich ebenfalls die Festigung des Brustmuskels und des Hautgewebes gezielt unterstützen. Die Arme auf Schulterhöhe heben, anwinkeln und die Handflächen mehrere Male kräftig gegeneinander pressen. Diese Übung verbessert zugleich die Haltung und hebt den Busen etwas an. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist es jedoch wichtig, diese mehrmals am Tag fünf- bis zehnmal zu wiederholen.
Bruststraffung bei schlaffer, hängender Brust
Nach dem Abstillen scheint bei manchen Frauen der Busen wie „ausgesaugt“ zu sein, scheinbar nicht mehr vorhanden. Man spricht in diesem Fall von der so genannten Involutionsatrophie der Brust. Übrig bleibt ein überdehnter, schlaffer Hautmantel. Medizinisch gesehen ist das völlig normal, denn der Drüsenkörper für die Milchproduktion hat sich zurückgebildet und der darüberliegende Hautmantel ist nun zu weit. Außerdem sind die stützenden Fettreserven aufgebraucht, welche sich während der Schwangerschaft eingelagert hatten. Eine Bruststraffung kann hier Abhilfe schaffen. Dabei wird ein Schnitt um die Brustwarze und senkrecht nach unten bis zur Brustfalte gesetzt. Danach entfernt der Chirurg das überschüssige Haut- und Fettgewebe und verankert den Drüsenkörper am Brustmuskel, welcher unter der Brust verläuft. Beim Vernähen des Schnittes wird die Haut gestrafft. Wenn es erforderlich ist, kann auch die Brustwarze nach oben versetzt werden, damit sie wieder mittig sitzt.
Brustaufbau bei zu kleiner Brust
Des Öfteren ist der Busen nach der Schwangerschaft und Stillzeit deutlich kleiner als zuvor. In diesem Fall ist ein Brustaufbau mithilfe von Implantaten möglich. Diese modernen Implantate werden unterhalb des Brustmuskels eingesetzt. Zusätzlich kann die Brustwarze bzw. der Brustwarzenhof (wenn nötig) verkleinert werden. Schätzungen zufolge werden ca. 90 Prozent der durchgeführten Brustvergrößerungen nach einer Schwangerschaft vorgenommen.
Brustverkleinerung bei zu großer Brust
Manchmal bleibt nach einer Schwangerschaft ein besonders großer, häufig hängender Busen zurück. Die Brust hat durch die Vergrößerung ein ungewohnt hohes Gewicht erhalten und verursacht Rücken- und Wirbelsäulenprobleme. Meist befindet sich zudem die Brustwarze unterhalb der Brustfalte. Eine Brustverkleinerung und -straffung reduziert das Gewicht der Brust und stellt die Ästhetik wieder her. Das überschüssige Fettgewebe wird dabei entfernt, die Brust insgesamt gestrafft und Brustwarze bzw. Brustwarzenhof gegebenenfalls verkleinert. Erfahrungsgemäß sind zwei Operationen im Abstand von einigen Monaten notwendig.
Operation erst nach abgeschlossener Familienplanung vornehmen
Wer eine Operation der Brust anstrebt (egal ob Straffung, Vergrößerung oder Verkleinerung), sollte jedoch bereits seit sechs bis zwölf Monate abgestillt haben. Zwar kann man auch mit einer operierten Brust stillen, jedoch nur wenn „stillerhaltend“ operiert wurde. Dies ist heute fast immer der Fall, allerdings werden häufig auch Milchkanäle angeschnitten, wodurch es beim Stillen zu Verhaltungen im Gewebe kommen kann und ein Milchstau entsteht. Demnach empfiehlt sich eine Operation erst bei abgeschlossener Familienplanung.
Poprobleme nach der Schwangerschaft - Cellulite und Fettpölsterchen
Vor allem rund um den Po sitzen viele Fettzellen, in denen während der Schwangerschaft vermehrt Energie gespeichert wurde. Außerdem verlaufen die elastischen Fasern im weiblichen Bindegewebe parallel. Die Stillhormone machen Muskeln und Haut weich und nachgiebig, wodurch die Fettzellen am Po sich in Richtung Hautoberfläche drücken und als so genannte Cellulite (Orangenhaut) sichtbar werden. Mangelnde Bewegung, häufiges Liegen oder Sitzen lassen die Muskelfibrillen zusätzlich mit der Zeit verkümmern. Um dem entgegenzuwirken kann jederzeit eine einfache Übung gemacht werden, welche gleichzeitig den Beckenboden trainiert.
- Dazu die Pobacken so oft wie möglich kräftig zusammenkneifen, die Spannung kurz halten und wieder entspannen. Den Atemrhythmus dabei jedoch nicht verändern.
- Des Weiteren können diverse Pflegemaßnahmen unterstützend wirken. Vor dem Duschen den Po mit einem Luffahandschuh abreiben. Dabei immer in kleinen kreisenden Bewegungen zum Herzen hin arbeiten. Dadurch wird das Gewebe gekräftigt und die Haut optimal durchblutet.
- Zusätzlich bringt ein wöchentlicher Wickel mit Algen oder Fango Sauerstoff ins Gewebe, regt den Fettstoffwechsel an und entwässert. Einfach die Algen oder den Mineralschlamm auf Po und Oberschenkel auftragen, mit Klarsichtfolie umwickeln, antrocknen lassen und die Reste nach 20 bis 30 Minuten abspülen.
Straffe Haut durch Fettabsaugen
Viele Frauen entschließen sich nach der Schwangerschaft für eine so genannte Liposuktion (Fettabsaugung), da sie an unterschiedliche Körperstellen Fettpolster angesetzt haben (wie z. B. Bauch, Po, Taille, Oberschenkel oder an den Knien). Dazu gibt es verschiedene Methoden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Jedoch sollte bei so einer Entscheidung immer beachtet werden, dass es sich bei der Fettabsaugung nicht um ein Mittel zur Gewichtsreduktion oder eine Lösung gegen Fettleibigkeit handelt. Hier geht es lediglich um gezielte positive Veränderungen einzelner Körperpartien mit starken Fettansammlungen.
Risiken einer Operation kennen und gründlich abwägen
Ob eine Operation wirklich sinnvoll ist, hängt von jedem Einzelnen selbst und dessen persönlichen Leidensdruck ab. Egal welche Schönheitsoperation angestrebt wird, man muss dazu bereit sein, die Schmerzen, Risiken, Narben und Kosten auf sich zu nehmen. Dafür sind allerdings wichtige Informationen der OP notwendig, um diese Entscheidung treffen zu können. Ein großer Faktor sind sicherlich die Risiken wie Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Flüssigkeitsansammlungen oder Gefühlstörungen. Solche und andere Komplikationen können bei jedem Eingriff entstehen. Deshalb muss sich jede Frau gründlich überlegen, ob sie mit den Figurveränderungen nach einer Schwangerschaft leben kann oder nicht.
Schönheitskorrekturen sind kein Wundermittel
Bleibt noch zu erwähnen, dass bei vorangegangene Thrombosen oder andere schwere Erkrankungen eine Operation nicht möglich ist (zumindest zeitweise). Auch sind solche Schönheitskorrekturen keine Wundermittel um glücklich zu werden oder kaputte Beziehungen zu retten. Diese Erwartungen kann keine Operation erfüllen.