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Organismus gerät durch dunkle Herbst- & Wintermonate aus dem Gleichgewicht
Die saisonal abhängige Depression tritt in den nördlichen Regionen wie Finnland, Schweden, Norwegen oder Alaska bis zu fünfmal häufiger auf, als in südlichen Regionen, wo dieses Phänomen kaum bekannt ist. Der Grund dafür ist das Licht, welches als wichtiger „Zeitgeber“ für unseren Organismus dient, um den täglichen 24-Stunden-Rhythmus aufrecht zu erhalten. Im Norden, wo die Tage in den Herbst- und Wintermonaten wesentlich dunkler sind, gerät die innere Uhr häufig aus dem Gleichgewicht. Weshalb z. B. viele Finnen, aufgrund der Depressionen in der dunklen Zeit, frühpensioniert sind. So befindet sich auch ein Großteil der Schweden in einer Lichttherapie. Dabei sitzen sie weiß gekleidet in weißen Räumen und schauen in sehr helle Lampen mit zehnfach so starker Lichtintensität im Vergleich zur normalen Zimmerbeleuchtung. Durch die speziellen Röhren wird ein Tageslichtspektrum ohne schädliche UV-Strahlung abgesondert.
Doch was passiert genau im Organismus, wenn das Tageslicht fehlt?
Ursache - Licht und Dunkelheit beeinflussen die Seele
Das vor allem über die Augen aufgenommene Licht, wirkt direkt auf das Gehirn. Die so genannten Neurotransmitter (chemische Botenstoffe im Gehirn) reagieren sofort auf den Lichtmangel, wodurch das Hormonsystem beeinflusst wird. Durch den Lichtmangel, kommt es zur Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Dieses wirkt jedoch dem Licht entgegen, weshalb der Körper sobald es dunkel ist müde wird. Ist es dann tagsüber nicht hell genug, bleibt der Melatoninspiegel hoch und der biologische Rhythmus gerät aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit.
Der Serotoninspiegel sinkt durch Dunkelheit und damit auch die gute Laune
Als Ausgleich des bei Dunkelheit fehlenden, stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin, dient dann der Heißhunger auf Süßes. Denn die körpereigene Produktion dieses „Gute-Laune-Hormons“ wird erst angekurbelt, sobald helles Licht auf die Netzhaut im Auge fällt. Infolgedessen stellt sich auch die Melatoninbildung ein. Werden also die Tage kürzer und die Dunkelheit länger, sinkt nicht nur der Serotoninspiegel, sondern auch die gute Laune.
Warnsignale des Körpers - Müdigkeit, Schlafstörungen, Freudlosigkeit, negatives Denken
Körperliche Beschwerden
- extreme Müdigkeit (schon nach kleinsten Anstrengungen)
- Schlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen, Schlaflosigkeit
- Kopf- und Rückenschmerzen
- Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme
- Magen-Darm-Beschwerden
- Schwindel
- Herzbeschwerden
- Libidoverlust
Seelische Beschwerden
- gedrückte Stimmung (häufig mit Morgentief)
- Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere aber auch innere Unruhe
- negative Denkmuster, Grübeln, Minderwertigkeitsgefühl, Hoffnungslosigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Angst- und Schuldgefühle
- Vernachlässigung oder Vermeidung sozialer Kontakte (innerer Rückzug)
Hilfe bei SAD - Möglichkeiten um die Stimmung wieder aufzuhellen
Spaziergänge an der frischen Luft
Bei saisonal abhängigen Depressionen helfen tägliche Spaziergänge an der frischen Luft, auch bei bedecktem Himmel. Statt morgens mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, empfiehlt es sich den Bus zu nehmen und eine Station früher auszusteigen. Der Rest des Weges wird zu Fuß zurückgelegt und zugleich ausreichend frische Luft getankt. Dabei öfters mal in den Himmel schauen, denn das Sonnenlicht ist selbst an bewölkten Herbst- und Wintertagen, drei- bis viermal stärker als die Zimmerbeleuchtung. Zusätzlich kann Schokolade als Seelentröster dienen, jedoch nur in Maßen.
Stimmungsaufhellende Lebensmittel
Auch die richtige Ernährung kann die Stimmungslage beeinflussen. Für das Wohlbefinden ist z. B. der Mineralstoff Magnesium wichtig. Dieser befindet sich reichlich in Linsen, Nüsse, Bananen und Trockenfrüchte. In kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Nudeln ist außerdem der Stimmungsaufheller Serotonin enthalten. Weiterhin können pflanzliche Öle wie Raps- und Sojaöl oder Fettsäuren aus Seefischen wie Makrele und Hering die Laune heben.
Körperliche Aktivität (am besten im Freien)
Gegen depressive Verstimmungen kann ebenso Sport helfen. Denn durch die Ausschüttung körpereigener Glückshormone (Serotonin, Dopamin, Endorphin) bei körperlicher Aktivität, wird das psychische Wohlbefinden gesteigert. Empfehlenswert sind z. B. Radfahren, Jogging oder Walking. Dabei erzielt man den besten Effekt mit regelmäßigem Ausdauertraining (drei- bis fünfmal pro Woche jeweils 30 bis 60 Minuten, Anfänger jedoch weniger).
Hoch dosierte Johanniskrautextrakte
Zudem hat sich die Gabe von hoch dosierten Johanniskrautextrakten bewährt, denn diese hellen die Stimmung auf, verbessern den Schlaf und regen zu mehr Aktivitäten an. Saisonal bedingte Verstimmungen lassen sich mit Johanniskraut schneller und erfolgreicher behandeln, als ohne die Einnahme von antidepressiven Medikamenten. Das Johanniskraut sollte jedoch aus kontrolliertem Anbau stammen und zudem hoch dosiert sein. Dies ist besonders wichtig für die Wirksamkeit und Qualität. Zu ausreichender Wirkung trägt die tägliche Einnahme von 900 Milligramm in einer Tablette bei. Damit die stimmungsaufhellende Wirkung einsetzen kann, sollte der hochdosierte Johanniskrautextrakt (genau wie die chemisch hergestellten Alternativen) circa zwei Wochen eingenommen werden.
Soziale Kontakte pflegen
Von der negativen Stimmung lenken zusätzlich soziale Kontakte ab. Einfach mal wieder Freunde einladen, zusammen ausgehen und sich mit Menschen umgeben die man mag.