In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Erreger des Lippenherpes
- Übertragungswege einer Herpesinfektion
- Entstehung einer Herpesinfektion
- Ursachen
- Symptome
- Komplikationen vermeiden
- Behandlungsmöglichkeiten
- Vorbeugungsmaßnahmen
Erreger des Lippenherpes - Herpes-simplex-Virus Typ 1
Der Erkrankung liegt der Herpes-simplex-Virus Typ 1 (auch HSV-1 oder Humanes Herpes-Virus 1 genannt) zugrunde. In der Regel verursacht der Erreger den Herpes labialis, also den Herpes der Lippen. Der Erreger kann aber auch verschiedene Bereiche der Mundschleimhaut befallen.
Das Herpes-simplex-Virus besitzt noch einen Typ 2
Ein weiterer Erreger der Gruppe ist der Herpes-simplex-Virus Typ 2 (auch HSV-2 oder Humanes Herpes-Virus 2 genannt). Dieser befällt in der Regel die Geschlechtsteile und die genitalen Schleimhäute. Herpesviren sind im Allgemeinen streng auf den Wirt spezialisiert und werden deswegen nicht vom Menschen auf Tiere oder umgekehrt übertragen.
Übertragungswege einer Herpesinfektion
Übertragung durch Tröpfcheninfektion
Hiermit ist die Ansteckung von einem Menschen auf den Anderen durch Körperflüssigkeiten gemeint. Bei Gelegenheiten wie Husten, Niesen, Sprechen und Ähnliches werden Körperflüssigkeiten in die Luft geschleudert. Die beschleunigte Atemluft nimmt den Virus auf und überträgt ihn in die Umgebung. Dort können die Viren noch einige Sekunden oder wenn genügend Zugluft vorhanden ist, noch einige Minuten durch den Raum schweben. Treffen die Viren während dieser Phase auf einen Empfänger, dann dringen sie in den Organismus ein und können sich dort verhalten wie an ihrem Ursprungsort.
Übertragung durch direkten Kontakt
Eine weitere häufige Anteckungsvariante ist der direkte Kontakt zweier Menschen. Gerade beim Küssen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Die Infektion kann bei der Erkrankung allerdings nur erfolgen, wenn der Virus aktiv ist. In vielen Fällen erfolgt die Krankheitsübertragung am Anfang einer Aktivität. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine äußerlichen Symptome erkennbar. Das Virus ist allerdings bereits aktiv, wodurch es auf die Haut des Gegenübers gelangt und dann in den Körper eintreten kann.
Übertragung durch Schmierinfektionen
Schmierinfektionen sind eine weitere Möglichkeit der Ansteckung. Bei der Schmierinfektion werden die Viren durch einen Zwischenschritt auf einen anderen Menschen übertragen. Dies kann der Fall sein, wenn ein Herpespatient aus einem Glas trinkt und ein weiterer Wirt das Glas im Anschluss benutzt. Die Viren bleiben in diesem Fall mit dem Speichel am Glas „hängen“. Dort warten sie schließlich bis ein neuer Wirt mit dem Speichel in Berührung kommt. Wie bei der direkten Berührung heften sich die Viren an die Lippen des neuen Wirts und dringen in den Körper ein.
Herpesviren schlummern an den Nervenwurzeln
Die Viren gelangen in die Schleimhäute oder in die Oberhaut des menschlichen Körpers. Dort beginnen sie sich in den infizierten Zellen allmählich zu vermehren und bilden auf der Oberfläche der Haut kleine nässende Bläschen. In der Flüssigkeit der Bläschen befinden sich die Viren, welche sich durch die Flüssigkeit weiter verbreiten können.
Ist das Virus ausgeheilt und demnach nicht mehr aktiv, sucht es sich von der Oberhaut aus einen tieferen Platz. Es wandert an den Nervenbahnen entlang bis zu den Ganglien (Nervenwurzeln), wo sich die Viren weiter vermehren. Das Virus geht in einen inaktiven Zustand über, sobald es sich an den Ganglien befindet. Es bleibt solange inaktiv und damit symptomfrei, bis durch eine Schwächung des Immunsystems eine erneute Aktivierung stattfindet. Bei einer erneuten Aktivierung wandern die Viren an den Nervenbahnen zur obersten Hautschicht zurück und verursachen hier wieder Bläschen.
Ursachen - Schwaches Immunsystem, Stress & starke UV-Einstrahlung
Ursachen für eine erneute Aktivierung können sein:
- Stress
- Starke psychische Belastungen
- Infektionen
- Intensive Sonnen- und UV-Bestrahlung
- hormonelle Faktoren (Hormonschwankungen)
- geschwächtes Immunsystem
- Fieber
- Verletzungen der Schleimhäute und Oberhaut
Symptome - Kribbeln und Spannungsgefühle sind die ersten Anzeichen
Im Prinzip verläuft die Erkrankung in drei Phasen:
1. Phase - Kribbeln & Spannungsgefühl
In der ersten Phase nach der Reaktivierung kommt es zu einem leichten Kribbeln bis Jucken im betroffenen Areal. Gleichzeitig entsteht ein Spannungsgefühl, welches durch die beginnende Schädigung der Oberhaut ausgelöst wird. In einigen wenigen Fällen kommt es zu Schmerzen in der betroffenen Region.
2. Phase - Bläschenbildung
In der zweiten Phase der Erkrankung bilden sich gruppenförmig angeordnete kleine Bläschen auf einem geröteten Hautgrund. Die Bläschen Nässen, Jucken und Brennen in vielen Fällen.
3. Phase - Krustenbildung
Nach acht bis zehn Tagen bilden sich die Bläschen zurück. An der betroffenen Stelle bildet sich eine Kruste. Die Haut heilt nun ab und ein bis zwei Wochen später ist von der Erkrankung nichts mehr zu sehen.
Ansteckungsgefahr besteht vor allem in der 1. & 2. Phase der Erkrankung
Die Ansteckungsgefahr besteht in der Regel in der ersten und in der zweiten Phase. In der dritten Phase ist zwar eine Infektionsgefahr gegeben, diese ist allerdings nicht ganz so hoch wie in den ersten beiden Phasen. Während dieser Phasen kann nicht nur eine Übertragung auf andere Personen erfolgen. Die Erkrankung kann bei ungünstigem Verlauf weitere Hautpartien befallen. Besonders häufig sind Regionen im Gesicht, wie Naseneingänge, Wangen sowie die Ohren betroffen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, die eigenen Augen oder die Schleimhäute zu infizieren.
Schwere Verläufe können mit schweren Schädigungen der inneren Organe einhergehen. Des Weiteren können, gerade bei Säuglingen, Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute auftreten. Im schlimmsten Fall werden durch die Erkrankung bleibende Schäden verursacht.
Komplikationen einer Infektion vermeiden durch entsprechende Hygienemaßnahmen
Um Komplikationen wie z. B. eine Beteiligung des Auges zu vermeiden, dürfen die entzündeten Stellen nicht berührt werden bzw. nach dem Kontakt mit den Herpesbläschen müssen die Hände gründlich gewaschen werden. Kontaktlinsenträger sollten während einer Infektion besser eine Brille tragen. Dadurch lässt sich vermeiden, dass beim Linsenwechsel Viren in die Augen gelangen und dort möglicherweise schwere Schäden anrichten. Da eine hohe Ansteckungsgefahr bereits beim ersten Kribbeln besteht, ist es zudem ratsam, jegliche Körperkontakte mit anderen Menschen (besonders zu Kindern) in dieser Zeit zu unterlassen. Dazu zählt auch die gemeinsame Benutzung von Tassen, Besteck oder Gläsern.
Behandlungsmöglichkeiten - Virostatika, Herpes-Patches & bewährte Hausmittel
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist bei allen Mitteln ein schnelles Handeln. Je früher die Präparate auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, desto größer ist der Behandlungserfolg. Da die Viren jedoch ein Leben lang im Körper bleiben, kann es immer wieder zum Ausbruch der Infektion kommen. Um diesen Ausbruch einzudämmen, eignen sich folgende Methoden:
Virostatika - Aciclovir & Penciclovir
Eine zuverlässige Methode zur Verhinderung des Krankheitsausbruchs sind Virostatika. Beim Lippenherpes wird in erster Linie der Wirkstoff Aciclovir verwendet. Dieser kann zur äußerlichen Anwendung als Creme, bei Infektion der Augen auch als Augencreme, angewandt werden. Aciclovir ist aber auch in Tablettenform erhältlich, womit ausschließlich schwere Krankheitsverläufe behandelt werden. Ein weiterer Wirkstoff gegen Lippenherpes ist Penciclovir, welcher wie Aciclovir die Vermehrung der Herpesviren hemmt.
Herpesbläschen-Patches - Unterstützen die Abheilung & schützen vor Schmutz & Bakterien
Spezielle Herpesbläschen-Patches dämmen nicht nur die Infektion ein und unterstützen das Abheilen. Da die Pflaster nahezu unsichtbar sind, helfen sie auch dabei die Bläschen zu verdecken, denn die Patches können ohne Probleme überschminkt werden. Zudem schützen sie die Wunde vor Schmutz und Bakterien und reduzieren weitere Ansteckungen (z. B. auf andere Körperregionen).
Hausmittel - Honig, Zahnpasta & Melissenextrakt
Diversen Hausmitteln wird eine Wirksamkeit bei der Behandlung von Herpes simplex zugesprochen; ob diese auch tatsächlich wirksam sind, konnte bis dato nicht wissenschaftlich bewiesen werden.
- Melissenextrakt soll z. B. bei den ersten Anzeichen ein Ausbrechen der Erkrankung verhindern.
- Zahnpasta kann die Bläschen eintrocknen und versiegeln.
- Honig besitzt eine antimikrobielle und wundheilende Wirkung und soll die gesamte Erkrankungsdauer (vom ersten Kribbeln bis zur Krustenbildung) erheblich verkürzen.
Vorbeugungsmaßnahmen - Intaktes Immunsystem
Bis heute gibt es grundsätzlich keine Möglichkeit, um einer Herpes-simplex-Erkrankung mit Sicherheit vorzubeugen. Den besten Schutz gegen das Ausbrechen eines Herpes-simplex-Virus bietet daher ein intaktes Immunsystem. Durch folgende Faktoren kann das menschliche Immunsystem positiv beeinflusst bzw. gestärkt werden:
- ausgewogene Ernährung
- Sport
- genügend Schlaf
- viel frische Luft
- der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und anderweitige Genussmittel
- das Vermeiden längerer psychische Belastungen und Stress
- das Vermeiden länger anhaltender und starker UV- Einstrahlung sowie intensiver Sonnenbäder