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Die Krätze - Durch Parasiten verursachte Hauterkrankung

Die Krätze (Scabies) ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, die Hautausschläge, Juckreiz und Hautknötchen verursacht. Dabei graben sich die so genannten Krätzmilben durch die oberste Hautschicht und hinterlassen kleine Milbengänge unter der Haut. Sie wird durch engen Hautkontakt übertragen, weshalb häufig Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen davon betroffen sind. Zur Behandlung der Krätze werden so genannte Anti-Skabies-Mittel eingesetzt. Zusätzlich muss jedoch daran gedacht werden, auch die Kleidung, Handtücher, Bettwäsche, Kuscheltiere, etc. von eventuell vorhandenen Milben zu befreien (z. B. durch einen 60 Grad Waschgang oder durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe).

In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist Krätze?
  2. Übertragung und Verbreitung
  3. Spezielle Formen der Krätze
  4. Behandlungsmethoden
  5. Weitere Symptome trotz Behandlung
  6. Meldepflichtige Erkrankung

Krätze - Krätzmilben verursachen Juckreiz, Ausschlag & Hautknötchen

Diese ansteckende Krankheit wird durch Milben, so genannte Krätzmilben, hervorgerufen. Die 0,4 mm großen, durchsichtigen Milben, besitzen zwei Paar Mundwerkzeuge und vier Beinpaare, von denen zwei Paare mit Saugnäpfen versehen sind. Für ihre Eiablage graben die befruchteten Milbenweibchen Gänge in die oberste Hautschicht. Diese Milbengänge sind feine rötliche Lienen (bis zu 1 cm lang), an deren Ende man eine leichte, gelbliche Erhebung (Milbenhügel) sieht. Dort befindet sich die Milbe. Häufig werden auch einzelne, von einem Hof umgebene, Hautknötchen wahrgenommen. An diesen Stellen wurde die Haut von Larven nach außen durchgestoßen. Oft zeigt sich eine Erstinfektion erst nach vier bis sechs Wochen, wenn ein juckender Ausschlag entsteht. Da dieser starke Juckreiz vor allem nachts (durch die Wärme im Bett) unerträglich ist und verstärkt wird, kratzen sich die Betroffenen in dieser Zeit besonders heftig. Die gereizte und verletzte Haut kann dadurch schnell von Bakterien besiedelt werden, so dass eitrige Ausschläge entstehen.

Ständige Vermehrung der Milben bei Nichtbehandlung
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, tritt nach ca. vier bis sechs Wochen ein flächiges, juckendes Ekzem auf. Nach dieser Zeitspanne ist das Immunsystem nämlich gegen die Proteine der Milbe sensibilisiert wurden. Aus den Milbeneiern entwickeln sich nach zwei bis drei Wochen geschlechtsreife Krätzmilben, welche sich dann wiederum weiter vermehren.

Milben siedeln sich bevorzugt zwischen den

  • Fingern,
  • an Ellenbeugen,
  • Hand- und Fußgelenken,
  • Bauchnabel,
  • Achselhöhlen,
  • Brustwarzenhof sowie im
  • Anal- und Genitalbereich an.

Übertragung und Verbreitung von Krätze

Die Krätze (Scabies) kann sich schnell ausbreiten, denn die Übertragung der Krätzmilbe geschieht durch engen Hautkontakt. Daher sind besonders Kinder und Jugendliche, die auf engem Raum zusammen sind (wie in Kindergärten oder Schulen), häufig davon betroffen. Sie kann jedoch auch durch Geschlechtsverkehr oder befallene Gegenstände und Textilien (wie Wolldecken, Handtücher, Kleidung, Kissen, Matratzen oder Plüschtiere) übertragen werden. Vor allem im Herbst und Winter ist die Ausbreitungsgefahr am größten.

Milbengänge in der Hautoberfläche

Bei der Übertragung ätzt die Milbe ein Loch in die Hornschicht der Haut und gräbt sich dann einen langen, waagerechten Gang in die Hornhaut. Sie ernährt sich dabei von Lymph- und Hautzellen und legt täglich zwei bis drei Eier. Nach ca. drei bis vier Tagen schlüpfen aus den Eiern die Larven, was den starken Juckreiz hervorruft. Durch den Milbengang graben sich die Larven dann zur Hautoberfläche zurück. Bis sie sich zur vollständigen geschlechtsreifen Milbe entwickelt haben, müssen sie jedoch noch ein bis zwei Nymphenstadien durchmachen. Ist die Milbe dann ausgewachsen gräbt sie sich erneut in die oberste Hautschicht und bohrt wieder neue Milbengänge. Dieser Entwicklungszyklus dauert 18 bis 21 Tage. Außerhalb des Körpers kann die Krätzmilbe allerdings nur zwei bis drei Tage überleben. Die Krätze kann entgegen der weit verbreiteten Meinung auch unter besten hygienischen Bedingungen vorkommen.

Spezielle Formen der Krätze

Erntekrätze
Häufig sind Kinder von der so genannten Erntekrätze betroffen. Diese Form der Krätze wird durch die Larven der Herbstmilbe verursacht und entsteht in der Zeit von Juni bis September. Die typischen Symptome einer Erntekrätze sind stark juckende, rote Flecken mit Pusteln und Krusten, welche nicht nur die Haut, sondern auch die Kopfhaut befallen. Da die Milben nach der Blutmahlzeit jedoch abfallen, können sie sich nicht auf der Haut vermehren. Dementsprechend müssen nur die Symptome behandelt werden. Dabei helfen gerbstoffhaltige Zinkschüttelmixturen, welche den Juckreiz lindern. Die Erntekrätze tritt vor allem dann auf, wenn das Kind im Gebüsch, auf Wiesen oder im Heu gespielt hat. Um diese Art der Krätze vorzubeugen, sollte die Haut des Kindes mit Zitronenöl, Nelkenöl oder Insektenschutzmitteln eingerieben werden.

Sonderform Skabiesgranulome
Eine andere Sonderform der Krätze tritt vor allem bei Kleinkindern auf. Hier entstehen so genannte Skabiesgranulome, welches erbensgroße, braunrote Knoten sind. Diese sind selbst noch Monate nach einer erfolgreichen Behandlung vorhanden, da sie vermutlich eine immunologische Reaktion auf den Kot der Milben darstellen.

Behandlungsmethoden - Medikamente & heiße Vollbäder

Da sich die Krätze mit der Zeit verschlimmert und auch nicht von alleine abheilt, ist eine Behandlung unbedingt notwendig. Hierzu sollten Familienmitglieder immer mitbehandelt werden, auch wenn sich noch keine Symptome zeigen. Denn diese äußern sich (wie schon oben erwähnt) erst vier bis sechs Wochen nach der Infektion.

Medikamente - Anti-Skabies-Mittel

Zur Beseitigung der Krätze werden Anti-Skabies-Mittel eingesetzt. Hierbei wird der gesamte Körper mit lindan-haltigen Mitteln behandelt. Diese Arzneimittel sind allerdings nicht für Kleinkinder, Schwangere und Stillende geeignet, da die Mittel schon in geringen Mengen über die Haut aufgenommen werden. Für diese Personengruppen gibt es so genannte Pyrethroide und Crotamiton. Die Lösungen werden nach einem Vollbad auf den ganzen Körper verteilt und nach einer Einwirkzeit von 14 Stunden, oder durch mehrmaliges Auftragen an aufeinander folgenden Tagen wieder abgespült. Jedoch ist die Wirksamkeit von Pyrethroide und Crotamiton nicht so effizient, wie die von lindan-haltigen Mitteln. Weshalb eine Behandlung häufig wiederholt werden muss. Gegen Krätze können aber auch Präparate mit den Wirkstoffen Hexachlorocyclohexan oder Benzylbenzoat helfen. Und Antihistaminika in Form von Salben, Tropfen, Tabletten oder Gele können den Juckreiz lindern.

Zusätzliche Maßnahmen - Heiße Bäder, Waschmaschine oder Tiefkühltruhe

Vollbäder erwiesen sich als behandlungsunterstützend, da die Larven und Nymphen (leider nicht die ausgewachsenen Milben) sehr temperaturempfindlich sind und zumindest diese, durch heiße Bäder abgetötet werden können. Wichtig ist es auch die Kleidung, Handtücher, Bettwäsche, Kuscheltiere, etc. von eventuell vorhandenen Milben zu befreien. Dazu sollten diese Textilien bei 60°C gewaschen werden. Ist dies allerdings nicht möglich, kann man die Textilien auch durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe, oder durch nicht benutzen (vier Tage lang) milbenfrei machen. Zusätzlich sind Möbel und Fußbodenbeläge gründlich mit dem Staubsauger abzusaugen.

Tote Milben auf dem Körper verursachen weiter Symptome

Die Krätze lässt sich in den meisten Fällen erfolgreich behandeln, jedoch bedeutet das Abtöten der Milben nicht zwingend, dass man von den Symptomen befreit ist. Nach Behandlungsabschluss kann es noch einige Wochen dauern, bis die Hautveränderungen vollständig abgeklungen sind. Dafür sind die toten sowie noch lebenden, aber nicht mehr vermehrungsfähigen Milben verantwortlich, auf die der Körper allergisch reagiert.

Die Krätze eine meldepflichtige Erkrankung

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die Krätze eine meldepflichtige Erkrankung. Das heißt, dass Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergrippen, -gärten oder Schulen von einer Erkrankung informiert werden müssen. Erst wenn eine ärztliche Bescheinigung eine erfolgreiche Behandlung bestätigt, dürfen diese Einrichtungen wieder besucht werden.

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