In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Voraussetzungen für das Tragen von Kontaktlinsen
- Harte oder weiche Kontaktlinsen?
- Kontaktlinsenpflege - Fünf Schritte System
- Für wen eignen sich Kontaktlinsen?
- Tipps für Kontaktlinsenträger
Voraussetzungen für das Tragen von Kontaktlinsen
Wenn man sich für Kontaktlinsen entscheidet, ist es sinnvoll, sich vorher beim Augenarzt und Optiker darüber zu informieren, was beim Tragen und Pflegen zu beachten ist. Denn es sollte nicht vergessen werden, dass die Kontaktlinse gewissermaßen ein Fremdkörper im Auge ist. Deshalb müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Das Linsen- und Pflegematerial darf das Auge nicht reizen.
- Es muss genügend Tränenfilm vorhanden sein, um die Linse ausreichend zu benetzen.
- Zwischen harter Linse und Hornhaut muss sich ein ausreichender Tränenfilm bilden können.
- Es dürfen keine Allergien oder trockene Augen vorliegen (in diesem Fall sollte auf Kontaktlinsen verzichtet werden).
Harte oder weiche Kontaktlinsen - Worin liegt der Unterschied?
Wichtiger als die Biegsamkeit ist die Gasdurchlässigkeit der Kontaktlinse. Warum? Weil die Hornhaut Sauerstoff benötigt, den sie u. a. über die Tränenflüssigkeit aus der Luft aufnimmt. Deshalb unterscheidet man die Linsen nach den Materialien, aus denen sie hergestellt werden:
- Hart/gasundurchlässig
- Formstabil/gering gasdurchlässig
- Flexibel/hoch gasdurchlässig
- Weich/wasserhaltig
- Weich/hoch wasserhaltig
Je härter, desto kleiner die Linse - Je weicher, desto größer die Linse
Allgemein kann man sagen: Je härter, desto kleiner ist die Linse und umso stärker ist auch am Anfang das Fremdkörpergefühl. Entsprechend länger dauert es auch, bis man sich daran gewöhnt hat. Bei weichen Linsen ist es genau umgekehrt: Je weicher, desto größer ist die Linse und umso schneller werden die Kontaktlinsen auch vertragen.
Die Wahl der Linse hängt von dem Augenfehler & individuellen Bedürfnissen ab
Das heißt aber nicht automatisch, dass jeder zu weichen Linsen greifen sollte: Denn formstabile Kontaktlinsen sind gerade bei langjährigem und regelmäßigem Tragen besonders empfehlenswert, da die Versorgung des Auges mit dem lebenswichtigen Sauerstoff durch die modernen formstabilen Materialien hervorragend gewährleistet wird. Die Wahl der Linse hängt von dem Augenfehler sowie von den individuellen Bedingungen und Wünschen ab.
Harte Linsen benötigen eine Eingewöhnungszeit
Zur Gewöhnung werden harte bzw. formstabile Linsen anfangs nur wenige Stunden täglich getragen, dann steigert man die Tragezeit. Wird die Trageroutine unterbrochen, dauert es wieder einige Tage, bis man sich erneut an die Linsen gewöhnt hat. Die Umstellung von der Linse zur Ersatzbrille braucht häufig einige Zeit, in der man verschwommen sieht.
Wasserhaltige Linsen sind angenehmer beim Tragen
Wasserhaltige Linsen sind gut verträglich, da sie viel Sauerstoff an die Hornhaut heranlassen. Sie werden als angenehmer beim Tragen empfunden als harte Linsen.
Weiche Linsen benötigen nur eine kurze Eingewöhnungszeit
Weiche Linsen bestehen aus wasserhaltigem Kunststoff und passen sich dem Auge an. Die Eingewöhnungszeit ist relativ kurz, danach kann man sie sowohl ganztägig als auch nur kurzfristig tragen. Wichtig bei weichen wie auch bei den harten Linsen ist, dass sie sorgfältig gepflegt werden, anderenfalls besteht das Risiko, Schäden an Binde- und Hornhaut zu erleiden. Außerdem ist es ratsam, weiche Kontaktlinsen circa alle zwei Jahre zu erneuern. Jedoch sollten diese nicht, bei trockenen Augen bzw. in trockenem Klima getragen werden.
Kontaktlinsenpflege - Fünf Schritte System
Zur Erhaltung der Gesundheit des Auges ist es wichtig (unabhängig vom Linsentyp), die richtige Pflege durchzuführen. Für die Pflege der Linsen erhält man vom Optiker ein komplettes System, welches die fünf klassischen Schritte beinhaltet:
- Reinigung,
- Desinfektion,
- Aufbewahrung,
- Proteinentfernung und
- Nachbenetzung.
Dabei empfiehlt es sich, niemals die Mittel verschiedener Hersteller gleichzeitig zu benutzen.
Kontaktlinsen nach Möglichkeit täglich reinigen
Die Kontaktlinsen sollten täglich aus dem Auge entfernt, gereinigt und desinfiziert werden. Dazu reibt man sie mit der Reinigungslösung zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Reinigungslösung ist vor allem für harte Linsen notwendig. Sie entfernt Fette, Salze, Zellpartikel, Schleimstoffe und Schmutzreste, die sich während des Tragens auf der Kontaktlinse abgelagert haben. Danach werden die Linsen mit der Aufbewahrungslösung desinfiziert, um Bakterien, Viren und Pilze abzutöten. Die Aufbewahrungslösung oder Desinfektionslösung ist übrigens sowohl für stabile, als auch für weiche Linsen erforderlich.
Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser abspülen
Abspüllösungen dienen dazu, die Reinigungslösung oder die Proteine nach der Proteinentfernung abzuspülen. Generell sollten Kontaktlinsen übrigens nicht mit Leitungswasser abgespült werden, da es Mikroorganismen enthält, die Entzündungen hervorrufen können. Bei konservierten Abspüllösungen kommt es auf die Konservierungsmittelzusätze an, welche Lösung für welche Linsenart geeignet ist. Verwendet man unkonservierte Kochsalzlösungen, so eignen sich diese als unbedenkliche Abspüllösungen für alle Linsentypen. Kochsalzlösungen erhält man in Eindosis-Behältern oder Sprühflaschen in der Apotheke.
Benetzungstropfen verringern das Fremdkörpergefühl
Benetz- und Einsetzlösungen verbessern die Benetzbarkeit der Linsen und verringern das Fremdkörpergefühl.
Proteinentfernung mit Hilfe von Enzymreiniger
Enzymreiniger werden besonders bei Weichlinsen und den modernen formstabilen Kontaktlinsen zur regelmäßigen Anwendung empfohlen. Ihr Prinzip ist eine enzymatische Auflösung von Proteinablagerungen, welche durch die tägliche Reinigung nicht beseitigt werden konnten.
Kontaktlinsen eignen sich nicht für Berufe in staubiger, trockener & beheizter Umgebung
Vorteilhaft sind Kontaktlinsen zum Beispiel bei der Ausübung bestimmter Berufe. Für fehlsichtige Menschen, die am Arbeitsplatz Schutzbrillen tragen müssen, wie z. B. Schweißer, bieten sich Kontaktlinsen geradezu an. Vorsicht ist allerdings für Kontaktlinsenträger in Räumen mit staubiger (z. B. Bäckerei) oder trockener Luft wie in Gaststätten, in beheizten Räumen, im Auto oder im Flugzeug geboten. Hier kann sich das Tragen von Kontaktlinsen ungünstig auswirken, da die Sauerstoffzufuhr verringert ist und so der Tränenfilm beeinträchtigt wird. Helfen kann dann nur das rechtzeitige Nachbenetzen mit einer entsprechenden Flüssigkeit.
Tipps für Kontaktlinsenträger
- Die Linsen am besten morgens erst 30 Minuten nach dem Aufstehen einsetzen.
- Vor jeder Berührung der Linse die Hände waschen.
- Jede Linse einzeln behandeln, damit man sie nicht verwechselt.
- Die Linsen regelmäßig und sorgfältig pflegen.
- Nur mit so genannten vT-Linsen („verlängertes Tragen“ = Dauertragelinsen) schlafen.
- Aufbewahrungsbehälter und Ersatzbrille immer dabei haben.
- Bei Reisen auch Pflegemittel mitführen.
- Wasserlösliche Kosmetika benutzen.
- Möglichst ohne Linsen schwimmen, weiche Linsen können nämlich Chlor aus dem Wasser speichern, harte gehen leicht verloren.