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Angiopathie - Schäden an den Blutgefäßen
Diabetiker entwickeln nach längerer Diabetesdauer Schäden an den großen und kleinen Gefäßen. Die damit verbundenen Erkrankungen der Blutgefäße und der entsprechenden Organe treten sehr häufig auf und sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Erkrankungen der Blutgefäße im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus wird diabetische Angiopathie genannt. Grundsätzlich sind von einer Angiopathie alle Arterien im Körper betroffen, die großen Schlagadern als auch die kleinsten Haargefäße (Kapillaren). Trotzdem wird zwischen der Makro- und der Mikroangiopathie unterschieden.
- Makroangiopathie - Erkrankung der großen Schlagadern (Arterien) im Gehirn, am Herzen oder an den Beinen.
- Mikroangiopathie - Schädigung der kleinen Blutgefäße (Kapillaren) an Nieren, den Nerven, den Netzhäuten der Augen, dem Herzmuskel und dem Gehirn.
Makroangiopathie - Verengung von Blutgefäßen durch Ablagerungen an den Gefäßwänden
Die Makroangiopathie gleicht in der Entwicklung einer Artherosklerose. Also einer Verengung von Blutgefäßen, die durch Ablagerungen an den Gefäßwänden ausgelöst wird. Dabei führen erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte zu Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden. Die Ablagerungen verursachen eine Verengung und Verstopfung der Schlagadern (Arterien). Dies führt zu einer Versteifung der Gefäßwände, was die Entstehung von Blutgerinnseln und Gefäßaussackungen begünstigt.
Mikroangiopathie - Verdickung der Basilarmembran durch Ablagerung von Eiweißsubstanzen
Bei der Entstehung der Mikroangiopathie sind allerdings noch viele Fragen ungeklärt. Fest steht, dass die Wand der Kapillaren (Blutgefäße) aus einer semipermeablen Membran (Basilarmembran) besteht, die in ihrer Funktion den Gas-, Flüssigkeits- und Stoffaustausch durchführt. Diese dünne Wand der kleinen Blutgefäße (Basilarmembran) verdickt sich durch die Ablagerung von Eiweißsubstanzen im Laufe einer Diabeteserkrankung. Dabei ist bewiesen, dass die Dicke der Membran von der Diabetesdauer und der Stoffwechsel- sowie Blutdruckeinstellung abhängig ist.
Vorbeugung - Optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels, Blutdrucks & der Blutfette
Eine wichtige (vorbeugende) Therapiemaßnahme ist die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels, des Blutdrucks und der Blutfette. Dadurch können Folgeerkrankungen, die durch den Diabetes verursacht werden, verzögert oder sogar verhindert werden. Zusätzlich verhilft eine ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung dazu, das Übergewicht zu reduzieren, was ebenfalls zur Senkung erhöhter Blutdruck- und Blutfettwerte beiträgt. Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten wirkt sich positiv auf wichtige Stoffwechselprozesse aus.
Risiko für Schädigungen der Blutgefäße bei Diabetiker erhöht
Die Schädigung der Blutgefäße und die daraus resultierenden Folgeerkrankungen treten sehr oft, mit unterschiedlich starken Ausprägungen auf:
- So steigt das Risiko für eine koronare Herzerkrankung mit der Dauer der Diabeteserkrankung. Dabei erkranken ungefähr 9 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen mit Diabetes an einer Gefäßkrankheit des Herzens (Koronare Herzerkrankung).
- Allgemeine Herzprobleme haben sogar 40 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen mit Typ 2 Diabetes.
- Dagegen tritt die periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beinarterien bei 20 Prozent aller Diabetiker auf.
- Sieben Prozent der Diabetiker leiden zusätzlich unter einem diabetischen Fußsyndrom.
- Circa 9 Prozent der Diabetiker bekommen einen Schlaganfall.
- Bei mehr als 21 Prozent der Typ 1 Diabetiker und 35 Prozent der Typ 2 Diabetiker werden jährlich Eiweißausscheidungen im Urin als erstes Anzeichen für eine beginnende Nierenschädigung
- Darüber hinaus ist das Risiko zu erblinden bei Diabetikern 5mal höher als bei einem Nichtdiabetiker.
- An einer diabetischen Nervenerkrankung erkranken außerdem fast 30 Prozent aller Diabetiker.
Diese Daten zeigen, wie wichtig eine Früherkennung von Organschäden ist.