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Gallenblasenentzündung - Bei Nichtbehandlung droht Lebensgefahr!

Die Gallenblasenentzündung, im Fachjargon Cholezystitis genannt, ist eine Entzündung der Gallenblasenwände. Die Erkrankung verläuft in der Regel mit akuten Fieberschüben und sie verursacht darüber hinaus äußerst starke Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs. Meist geht die Gallenblasenentzündung mit Gallenkoliken einher. Die Cholezystitis wird dabei in neun von zehn Fällen durch Gallensteine verursacht, sie kann aber auch durch Verletzungen, Bakterien oder übergreifende Infektionen benachbarter Bauchorgane, operative Eingriffe im Bauchraum oder durch Stress und psychischen Belastungen ausgelöst werden. Die Behandlung erfolgt in der Regel medikamentös in Form von Antibiotika oder operativ, indem die Gallenblase komplett entfernt wird. Dies ist z. B. der Fall, wenn Gallensteine die Ursache der Entzündung sind. Wird eine Gallenblasenentzündung nicht behandelt, kann es im schlimmsten Fall zum Platzen der Gallenblase kommen, wobei das angesammelte Eiter in den Bauraum fließt und Lebensgefahr besteht.

In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Wie entsteht eine Gallenblasenentzündung?
  2. Risikogruppen
  3. Symptome
  4. Ursachen
  5. Komplikationen bei Nichtbehandlung
  6. Behandlungsmethoden
    1. Medikamentöse Behandlung
    2. Operative Behandlung
  7. Vorbeugen

Gallenblasenentzündung - Gallensteine rufen häufig die Entzündung hervor

"In neun von zehn Fällen entsteht die Gallenblasenentzündung aufgrund von Gallensteinen, die sich in der Gallenblase gebildet haben und mithilfe der produzierten Gallenflüssigkeit in Richtung der engen Gallengänge transportiert werden. Bleiben die Steine in diesen Gängen stecken, kommt es in der Folge nicht nur zur Gallenkolik, sondern häufig auch zur Entzündung. Verschließen also Gallensteine die Gallenblasengänge, kommt es zum gefährlichen Rückstau der Galle. Diese saure und zersetzende Flüssigkeit greift die Gallenblasenwände an und führt zur Entzündung derselben.

Risikogruppen - Frauen sind häufiger betroffen

Wie bei anderen Erkrankungen der Gallenblase auch, sind Frauen mehr als doppelt so häufig von einer Cholezystitis betroffen als Männer. Das liegt zum einen am schwankenden Hormonhaushalt der Frau, aber auch daran, dass Frauen eher zur Ansammlung von Bauchfett neigen, welches wiederum Erkrankungen der Gallenblase begünstigen kann. Aber auch Schwangerschaften oder häufige Fastenkuren beeinflussen die Steinbildung positiv. Jährlich erkranken etwa zehn Prozent der deutschen Frauen an einer Cholezystitis, wohingegen nur etwa zwei bis vier Prozent der Männer betroffen sind.

Symptome - Fieber, starke Schmerzen, aufgeblähter & harter Bauch

Eine Gallenblasenentzündung führt zu einem ganz eindeutigen Beschwerdebild. Insbesondere hebt sie sich von der Gallenkolik ab, durch

  • plötzliches, teils sehr hohes Fieber über 40°C (teils mit Schüttelfrost oder Schweißausbrüchen),
  • ein aufgeblähter, steinharter Bauch,
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Enorme Schmerzen im rechten Oberbauch und oberen Rücken (welche beim Atmen verstärkt werden) ergänzen das Beschwerdebild.

Nicht selten strahlt der Schmerz auch in die Arme und den Brustkorb aus, eintretende Atemnot kann auch das Bild einer Herzerkrankung zeichnen, obwohl die Gallenblase die Ursache des Schmerzes ist.

Hauptursache: Gallensteine!

In rund 90 Prozent aller Fälle wird die Gallenblasenentzündung durch Gallensteine ausgelöst. Gallensteine können unter Umständen das Abfließen der Gallenflüssigkeit einschränken oder gar unterbinden, es kommt zum Rückstau und infolge dessen zur Entzündung der Gallenblase.

Weitere Ursachen - Infektionen, Verletzungen im Bauchraum, Stress

Wurde die Cholezystitis nicht aufgrund eines Gallenrückstaus durch Gallensteine ausgelöst, kommen weitere Ursachen infrage, die jedoch deutlich seltener sind. Mögliche Auslöser sind insbesondere:

  • Verletzungen des Bauchraumes durch Unfall
  • Verletzungen des Organs durch operative Eingriffe (Stressgallenblase)
  • stressbedingte Gallenblasenentzündung (Reizgallenblase)
  • Tumoren oder Polypen der Gallenblase
  • Missbildungen der Gallenblase
  • Bakterielle Infektionen oder Infektionen mit Salmonellen, Typhus oder Staphylokokken
  • Sehr große Mahlzeiten

Diese Ursachen machen etwa fünf bis zehn Prozent aller Gallenblasenentzündungen aus. Infektionen der Gallenblase treten hauptsächlich bei Kindern auf, etwa infolge einer Scharlach-Erkrankung oder einer Infektion mit Staphylokokken, die für eine Reihe von Infekten verantwortlich sind.

Komplikationen bei Nichtbehandlung - Bauchfellentzündung, Platzen der Gallenblase

Eine Cholezystitis kann durchaus gefährlich und lebensbedrohlich werden. Wird sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt, droht die Infektion, auch auf andere Bauchorgane überzugreifen. Entzündungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse können die Folge sein. Insbesondere die Bauchspeicheldrüsenentzündung gilt dabei als gefährlich, da sich diese Drüse als Organ selber zersetzt und irreparable Schäden nehmen kann. Aber auch eine Entzündung des Bauchfells und benachbarter Organe wie Magen und Darm erweist sich als kompliziert. Eine ebenfalls mögliche und gefährliche Komplikation stellt das Einreißen bzw. das Platzen der Gallenblase dar. Ist sie infolge der Entzündung und des Rückstaus an Gallenflüssigkeit derart angeschwollen, dass sie reißt, ergießt sich die Gallenflüssigkeit und der inzwischen angesammelte Eiter in den Bauchraum. Hier kann nur eine sofortige Not-Operation lebensrettend sein.

Behandlungsmethoden - Medikamentös oder Operativ

Die Gallenblasenentzündung kann sowohl medikamentös als auch operativ behandelt werden, wobei die operative Therapie, also die Entfernung der Gallenblase, meist das Mittel der Wahl darstellt. Je nach Ursache der Entzündung ist die Entfernung sogar notwendig. Insbesondere bei großen Gallensteinen, welche die Hauptgallengänge verschließen, kommt eine OP in Betracht.

Bluttests geben Hinweise auf die Entzündungen im Körper
Vor einer Behandlung steht jedoch die gründliche Diagnostik. Blutuntersuchungen geben erste Hinweise auf das Entzündungsgeschehen im Körper. Im Ultraschall lässt sich die entzündete Gallenblase dann bildlich darstellen. Auch Gallensteine lassen sich auf diese Weise sichtbar machen und lokalisieren. Leichte Entzündungen, insbesondere aufgrund eines oder zweier kleiner Gallensteine, werden häufig auch medikamentös behandelt, ein kleinerer Eingriff lässt sich oftmals aber trotzdem nicht umgehen.

Medikamentöse Behandlung - Antibiotika

Leichte Gallenblasenentzündungen sprechen meist auf eine medikamentöse Behandlung gut an. Verordnet werden krampflösende und schmerzstillende Mittel sowie Antibiotika, die die Bakterien bekämpfen. Vielmals findet diese Behandlung dennoch stationär statt, da die Medikamente intravenös verabreicht werden. Zudem sind regelmäßig Blutuntersuchungen und Tastbefunde nötig, um die Rückbildung der Entzündung feststellen zu können. Die medikamentöse Behandlung kommt immer dann infrage, wenn das Ausmaß der Cholezystitis keine Operation erfordert, aber auch, wenn die Gallenblasenentzündung aufgrund von Stress und anderen psychischen Faktoren entstanden ist und keine körperliche Ursache zugrunde liegt.

Operative Behandlung - Schlüsselloch-Verfahren ermöglicht minimale Einschnitte

Die Cholezystektomie, also die operative Entfernung der Gallenblase, ist heute das Mittel der Wahl in der Behandlung der Gallenblasenentzündung. Lediglich in Fällen, in denen Gründe gegen eine Operation sprechen, etwa schwere Grunderkrankungen, massives Übergewicht oder Erkrankungen des Herzens, wird auf eine OP verzichtet. Die Cholezystektomie ist heute ein Routineeingriff, der endoskopisch, also über das sogenannte Schlüsselloch, erfolgen kann. Große Bauchschnitte sind nur noch in äußerst seltenen Fällen nötig.

OP erfolgt häufig nach der medikamentösen Therapie
Die Entfernung der Gallenblase erfordert eine gründliche Vorbehandlung, denn die Entzündung des Organs sollte nach Möglichkeit im Vorfeld abgeklungen sein. Die Entfernung einer noch entzündeten Gallenblase ist deutlich risikoreicher, kann aber dennoch nötig sein, etwa dann, wenn ein akuter Gallerückstau besteht. Andernfalls erfolgt die Cholezystektomie meist nach medikamentöser Bekämpfung der Entzündung.

Nur eine Gallenblasenentzündung durch Gallensteine lässt sich vorbeugen

Eine Gallenblasenentzündung, die nicht durch Gallensteine entsteht, lässt sich nicht effektiv vorbeugen. Gallensteine, welche die Entzündung in rund 90 Prozent der Fälle auslösen, hingegen schon. Sie entstehen häufig durch zu viel Cholesterin, aber auch bei besonderer Fettleibigkeit und ungesunder Lebensweise. Insbesondere zu große Mahlzeiten und zu fettes Essen begünstigen die Steinbildung sowie die Entstehung einer Gallenkolik und einer Gallenblasenentzündung.

Cholesterin- und fettarme Ernährung & Bewegung
Natürlich ist das Schlemmen nicht verboten, dennoch empfiehlt es sich, einen prüfenden Blick auf die eigenen Essgewohnheiten zu werfen. Üppiges, fettes Essen, insbesondere auch in Verbindung mit Alkoholgenuss, lässt das Risiko, an einer Cholezystektomie, deutlich ansteigen. Lieber also in Maßen genießen und dabei gesund bleiben. Ausreichend Bewegung, das Reduzieren von massivem Übergewicht und eine cholersterinarme Ernährung runden die Vorbeugungsmaßnahmen ab und unterstützen die Gallengesundheit.

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