In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was ist ein diabetisches Fußsyndrom?
- Ursache
- Hauptgrund für nicht-traumatische Amputationen
- Vorbeugen
Diabetisches Fußsyndrom - Jahrelang erhöhter Blutspiegel schädigt die peripheren Nerven
Das diabetische Fußsyndrom ist eines der am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Der Entwicklung des diabetischen Fußsyndroms liegen zwei Ursachen zu Grunde. So führt ein jahrelang erhöhter Blutzuckerspiegel zu einer Schädigung der peripheren Nerven, was die Entstehung eines neuropathischen Fuß begünstigt. Dadurch wird der Spannungszustand der Fußmuskulatur geschwächt. Das mit Bändern und Muskeln aufgerichtete Fußgewölbe erschlafft. Es treten Taubheitsgefühle und schmerzlose Druckstellen an den Fußsohlen oder Zehen auf. Zusätzlich ist die Haut sehr trocken und verletzbar. Daraus können sich leicht infizierende und schwer heilende Fußgeschwüre entwickeln.
Ischämischer Fuß - Arterielle Durchblutungsstörungen lassen Gewebebezirke absterben
Dagegen sterben beim ischämischen Fuß, hervorgerufen durch arterielle Durchblutungsstörungen, ganze Gewebebezirke ab. Für die Behandlung der geschädigten Füße, ist die Unterscheidung der Ursachen (nervlich bedingte oder z.B. durchblutungsbedingte) sehr wichtig. Dies ist von großer Bedeutung, da die Behandlung unterschiedlich und teilweise gegensätzlich ist.
Ursache - Schädigung der Nerven und Blutgefäße
Das diabetische Fußsyndrom oder der diabetische Fuß ist eine komplexe und mehrfach auftretende Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Bei einem Diabetiker ist das Risiko an einem Fußgangrän (Arterielle Verschlusskrankheit) zu erkranken, ungefähr 20- bis 50-mal höher als bei einem gesunden Menschen. Darüber hinaus müssen sich circa 14 Prozent aller Diabetiker wegen Fußkomplikationen in ärztliche Behandlung begeben. In über 30 Prozent der Fälle ist eine Schädigung der Nerven (Neuropathie) und in 20 Prozent eine Schädigung der Blutgefäße (Angiopathie) für die Entstehung des diabetischen Fußsyndroms verantwortlich. Bei 40 Prozent aller Diabetiker treten gleichzeitig neuropathische und angiopathische Schädigungen auf. Obwohl das diabetische Fußsyndrom kein gleichmäßiges Krankheitsbild aufweist, ist die Verletzung des Fußes immer der auslösende Moment.
Hauptgrund für nicht-traumatische Amputationen
Das diabetische Fußsyndrom ist der Hauptgrund für nicht-traumatische (nicht durch einen Unfall verursachte) Amputationen. Gleichzeitig wird innerhalb von 4 Jahren nach der Amputation eines Beines bei mehr als 50 Prozent aller Betroffenen eine zweite Amputation des anderen Beines notwendig.
Vorbeugen - Tägliche Begutachtung der Füße auf Druckstellen & Verletzungen
Um das diabetische Fußsyndrom vorzubeugen, sollten erhöhte Blutzucker- und Blutdruckwerte gesenkt werden. Ebenfalls ist auf den Genuss von Nikotin und Alkohol zu verzichten, da diese Genussmittel eine zusätzliche Belastung für die Blutgefäße darstellen.
Sie selber können durch tägliche Inspektionen der Füße Druckstellen und kleine Verletzungen frühzeitig erkennen.
Weitere Hinweise zur Vorbeugung eines diabetischen Fußsyndroms:
- Beim Schuhkauf darauf achten, dass die Zehen ausreichend Platz im Schuh finden.
- Druckfreie und weiche Baumwollstümpfe tragen.
- Zur Entlastung der Füße empfehlen sich Einlagen in den Schuhen oder spezielles orthopädisches Schuhwerk.
- Auch regelmäßige Spaziergänge und tägliche Fußgymnastik tragen zur Vorbeugung eines diabetischen Fuß bei.
- Zur Vermeidung von Infektionen im Schwimmbad, in der Sauna oder im Hotelzimmer nicht Barfuß laufen.
- Um Verbrühungen und Hautschürfungen zu vermeiden, die Füße nur im handwarmen Wasser waschen und mit einem weichen Tuch abtrocknen.
- Um einer Austrocknung der Füße vorzubeugen, die tägliche Pflege mit einem feuchtigkeitsspendenden Präparat beenden.
- Die Fuß- und Nagelpflege sollte am besten von einem ausgebildeten Fußpfleger durchgeführt werden. Ebenso sind Infektionen (z. B. Pilzinfektionen) durch einen Arzt zu behandeln.