In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Was ist Diabetes mellitus?
- Das blutzuckersenkende Hormon Insulin
- Optimale Blutzuckerwerte für Diabetiker
- Anzeichen einer Diabeteserkrankung
- Hintergrund der Symptome
- Folgeschäden
Stoffwechselkrankheit beinhaltet die mangelnde Nährstoffzufuhr in die Zellen
Mit dem Diabetes mellitus wird eine Erkrankung beschrieben, die sich durch erhöhte Blutzuckerwerte sowie Störungen im Zucker- und Fettstoffwechsel kennzeichnen lässt. Daher bezeichnen Ärzte den Diabestes mellitus auch als eine Stoffwechselkrankheit. Das bedeutet, dass die Zufuhr von Nährstoffen in die Zellen nur unzureichend funktioniert. Damit unsere Körper aber arbeiten können, benötigen wir Energie. Diese holen wir uns überwiegend aus der aufgenommenen Nahrung, in Form von Kohlenhydraten. Nahrungsmittel wie: Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Obst sowie Fruchtsäfte bestehen zunächst aus Stärke. Diese Nahrungsmittel werden durch die Verdauung von Kohlenhydraten im Dünndarm in Zucker (Glukose) aufgespalten. Über die Darmwand wird Glukose anschließend in den Blutkreislauf abgegeben. Alle Zellen werden daraufhin mit dem Energiespender Glukose versorgt.
Glukose kann nicht optimal in die Muskel- oder Fettzellen eindringen
Glukose ist ein bedeutender Energielieferant für die Zellen und garantiert unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Diese dringt aber nur in die Muskel- oder Fettzellen ein, wenn das Hormon Insulin in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Genau hier befindet sich aber das Problem aller Diabetiker. Denn nur mit dem Vorhandensein von Insulin, kann die Glukose über einen Schlüssel-Schloss-Mechanismus in die Zellen gelangen. Das heißt, wenn der Schlüssel Insulin fehlt oder nicht passt, steigt der Blutzuckerspiegel an. Die Glukose wird dann nicht oder nur unzureichend in den Muskel- oder Fettzellen gespeichert. Sie verbleibt hauptsächlich in der Blutbahn und wird zunehmend über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.
Das blutzuckersenkende Hormon Insulin - Wichtig für die Verwertung von Glukose
Zur Verwertung der Glukose benötigt der Körper Insulin. Das Hormon Insulin wird in der Bauspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und unmittelbar in den Blutkreislauf abgegeben. Dieses wird benötigt, damit der Energieträger Glukose aus dem Blut in die Zellen gelangen kann. Dabei wird die meiste Energie von der Leber, der Muskulatur und dem Fettgewebe benötigt. Die drei Gewebe sind daher auf den ständigen Nachschub an Energie angewiesen. Durch den daraus resultierenden Verbrauch, sinkt der Blutzuckerspiegel und erfordert fortwährend Nachschub an Energie. Der Körper schüttet also mit der Aufnahme der Nahrung Insulin aus. Das Insulin ist somit ein Transportmittel und befördert die Glukose dorthin, wo sie benötigt wird. Der Körper orientiert sich bei der Insulinproduktion demzufolge an seinen Bedürfnissen. Kann dieses Gleichgewicht zwischen der Nahrungsaufnahme und der Ausschüttung von Insulin nicht eingehalten werden, gerät der Körper in Schwierigkeiten.
Unentbehrliches Hilfsmittel für den Körper - Insulin produziert auch Fettsäuren
Das Insulin transportiert nicht nur die Glukose dorthin, wo es benötigt wird. Es sorgt auch für den Aufbau von Proteinen und ist für die Produktion von Fettsäuren zuständig. Darüber hinaus wird das Insulin als Speichermedium benötigt. Das Insulin wandelt den Blutzucker in Glykogen (Speicherzucker) und wird in dieser Form im Leber-, Muskel- sowie Fettgewebe gespeichert. Auch wenn keine Nahrungsmittel verzehrt werden, ist die Energieversorgung der Zellen garantiert, da die Leber sowohl Glukose neu bildet, aber auch Glukose als Speichermedium freisetzt. Das Insulin stellt somit ein unentbehrliches Hilfsmittel für den Körper dar, auf das er nicht verzichten kann. Für den Körper ist es wichtig, das Hormon auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Daher versucht er ein Gleichgewicht zu schaffen, damit nicht zu viel oder nicht zu wenig Insulin bereitgestellt wird.
Optimale Blutzuckerwerte für Diabetiker
Die folgende Tabelle zeigt, in welchem Rahmen sich der Blutzucker nüchtern, vor dem Essen und eine Stunde nach einer Mahlzeit bewegen sollte:
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Einstellungskriterien |
Sehr gut eingestellter |
Befriedigend eingestellter |
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Blutzucker vor dem Essen |
70 – 110 mg/dl |
unter 140 mg/dl |
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Blutzucker nach dem Essen |
80 – 140 mg/dl |
unter 180 mg/dl |
Anzeichen einer Diabeteserkrankung - Starker Durst & geringer Appetit
Eine Diabeteserkrankung kann unbemerkt über viele Wochen oder Monate bestehen, bevor die ersten Beschwerden auftreten. Da die Hälfte aller Betroffenen wenig oder gar keine Beschwerden haben, wird der Diabetes häufig zufällig entdeckt. Das Auftreten der Symptome ist somit abhängig von dem Grad des Insulinmangels und den damit zusammenhängenden Stoffwechselstörungen. So können die Symptome bei einem Typ 2 Diabetiker zu Beginn der Erkrankung komplett fehlen. Da sich der Typ-2-Diabetes eher schleichend entwickelt. Bei dem Vorhandensein eines Typ1 Diabetes treten die Symptome dagegen meist plötzlich und sehr ausgeprägt auf. Es müssen aber nicht alle Anzeichen bei jedem Diabetiker auftreten.
Folgende Anzeichen sind bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel charakteristisch:
- mehrmaliges Wasserlassen, häufig in den Nachtstunden
- starker Durst
- geringer Appetit und ungewollter Gewichtsverlust
- Heißhungerattacken, hauptsächlich zu Beginn der Erkrankung
- Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwäche
- in der Nacht auftretende Wadenkrämpfe
- Juckreiz und hohe Infektneigung
- Später können auch Bauchschmerzen und Acetongeruch in der Atemluft auftreten.
Symptome von Folgeerkrankungen - Nervenschmerzen & schlechte Wundheilung
In einigen Fällen können Folgerkrankungen das erste Anzeichen einer Diabeteserkrankung sein. Dabei können folgende Symptome auftreten:
- schlechte Wundheilung, hauptsächlich an den Beinen und Füßen
- auftretende Sehstörungen
- Nervenschmerzen in den Beinen, verbunden mit Kribbeln oder Gefühllosigkeit
- Herzinfarkt
Hintergrund der Symptome - Glukose bindet viel Wasser & entzieht dem Körper Flüssigkeit
Steigt der Blutzucker auf über 180 mg/dl (10,0 mmol/l) beginnt die Niere, die überflüssige Glukose auszuscheiden. Dabei bindet der Zucker (Glukose) viel Wasser, was dazu führt, dass dem Körper viel Flüssigkeit entzogen wird. Dies führt zu einem starken Durstgefühl, obwohl bereits mehr getrunken wird, als üblich. Durch den ständigen Harndrang und den damit verbundenen Verlust an Mineralien kommt es z.B. zu Müdigkeit und Antriebsarmut. Der gestiegene Flüssigkeitsverlust macht sich auch hauptsächlich durch trockene und juckende Haut bemerkbar. Auf Grund des erhöhten Blutzuckers ist die Infektabwehr herabgesetzt und Wunden heilen schlechter. Eine ungewollte Gewichtabnahme resultiert aus dem Flüssigkeitsverlust im Körper und dem Abbau von Muskel- sowie Fettgewebe.
Folgeschäden - Diabetisches Koma bei einem Blutzuckerspiegel über 300 mg/dl
Die aufgeführten Symptome sind das Ergebnis eines zu hohen Blutzuckerspiegels. Bei einem Anstieg des Blutzuckers auf über 300 mg/dl (16,7 mmol/l) können sogar erste Komplikationen bis zum diabetischen Koma auftreten. Aber auch ein Blutzucker unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) kann zur Bewusstlosigkeit (Hypoglykämie) führen. Eine Unterzuckerung kann zu Beginn einer Insulintherapie bzw. durch eine überschießende Insulinfreisetzung bei einem Typ 2 Diabetes auftreten.
Folgeschäden vorbeugen - Gezieltes Behandlungsmanagement
Damit Folgeschäden erst gar nicht auftreten, ist eine rechtzeitige und spezifische Behandlung notwendig. Durch ein gezieltes Behandlungsmanagement, verbunden mit normalen Blutzuckerwerten, können Diabetiker ihre Erkrankung in den Griff bekommen und ein normales sowie aktives Leben führen.