In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Bewegungsmangel & Übergewicht führen zur Insulinresistenz
- Sport senkt das Diabetesrisiko
- Positive Effekte durch regelmäßige Bewegung
- Sport und Unterzuckerung
- Sport als vorbeugende Maßnahme für Typ 2 Diabetes
Bewegungsmangel & Übergewicht führen zur Insulinresistenz
Durch Übergewicht und Bewegungsmangel wird die Insulinwirkung am Muskel gestört, was zu einer Insulinresistenz führen kann. Zur Einschleusung des Energielieferanten Glukose in die Zellen und zur Verbrennung der Glukose wird also mehr Insulin benötigt, als bei einem normalgewichtigen Menschen. Die Bauchspeicheldrüse kann aber die vermehrte Ausschüttung von Insulin auf Dauer nicht bewältigen. Am Anfang zeigt sich diese Entwicklung in nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten, der Typ 2 Diabetes manifestiert sich. Viele Übergewichtige haben in diesem Erkrankungsstadium bereits einen erhöhten Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen. In diesem Fall spricht vom so genannten „metabolischen Syndrom“.
Sport kann das Diabetesrisiko senken bzw. hinauszögern
Aus diesem Grund profitieren nicht nur Diabetiker von einer regelmäßigen körperlichen Bewegung. Aber rechtzeitig damit begonnen, kann er dazu beitragen, dass sich der Diabetes gar nicht bzw. erst verzögert entwickelt. Wenn die Muskeln aktiv werden, wird das gesamte Organsystem beeinflusst. Kalorien werden abgebaut, die Nahrung wird besser verwertet, die Funktion des Insulins wird gefördert und der Insulinbedarf gesenkt. Darüber hinaus wird die Bauchspeicheldrüse entlastet, das Herz-Kreislaufsystem wird stimuliert und zusätzlich können alle anderen Organe besser arbeiten. Das Körpergewicht wird reduziert und überschüssige Fettreserven abgebaut. Auch bei einem bereits gestörten Stoffwechsel, lässt sich durch den Energieverbrauch der Muskeln, die Blutzuckerwerte senken. Um eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu vermeiden, muss zusätzlich der Blutzuckerspiegel, besonders wenn Diabetiker noch wenig Erfahrung mit der Auswirkung der Bewegung haben, engmaschig kontrolliert werden. Bei einer Insulinbehandlung, wird es eventuell erforderlich die Insulindosis zu senken.
Positive Effekte durch regelmäßige Bewegung - Verbesserung der Blutzuckerwerte
Die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivitäten beschränken sich jedoch nicht nur auf die Blutzuckerwerte:
- Eine gesteigerte Muskeltätigkeit kann die ungenügende Wirkung des Insulins an der Muskulatur (Insulinresistenz) anhaltend verbessern. Dadurch können erhöhte Blutzuckerwerte gesenkt werden.
- Das Übergewicht, welches bei fast allen Typ 2 Diabetikern vorhanden ist und die Insulinresistenz begünstigt, kann durch regelmäßige körperliche Betätigung reduziert werden.
- Ein zu hoher Blutdruck, der ebenfalls vorwiegend bei einem Typ 2 Diabetes auftritt, kann durch körperliche Bewegung gemindert werden.
- Auch eine Normalisierung erhöhter Blutfettwerte, ist durch Ausdauerbewegung möglich. Dies führt zu einer Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
- Dadurch senkt sich das Risiko eines Herzinfarkts und Schlaganfalls, die bei Diabetikern 4-mal häufiger auftreten, als bei einem gesunden Menschen.
Alle Diabetiker, aber auch Menschen die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes haben, sollten regelmäßige Bewegung in den täglichen Tagesablauf einbeziehen.
Sport & Unterzuckerung - Bewegungsbedingte Unterzuckerung vermeiden
Eine wichtige Voraussetzung für den sportlichen Diabetiker ist, eine gute Schulung und die Nutzung der Möglichkeiten, die Diabetestherapie an die körperliche Belastung richtig anzupassen. Bei körperlicher Bewegung benötigt der Muskel vermehrt Energie. Was zu der Vermutung führt, dass auch mehr Insulin benötigt wird. Aber genau diese Annahme ist falsch. Denn bei einem Nichtdiabetiker wird von der Bauspeicheldrüse automatisch weniger Insulin gebildet. Dadurch können gespeicherte Zuckerreserven (Glykogen) der Leber in die Blutbahn freigesetzt werden. Was dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Da bei einem Diabetiker die Insulineinsparung nicht selbständig erfolgt, müssen insbesondere insulinspritzende Diabetiker darauf achten, dass keine bewegungsbedingte Unterzuckerung eintritt.
Anzeichen einer Unterzuckerung - Unruhe, Schwäche, Schwitzen, Kopfschmerzen
Eine Unterzuckerung kann zu einem lebensgefährlichen hypoglykämischen Schock führen, der eine sofortige Behandlung benötigt. Eine Unterzuckerung macht sich bemerkbar, durch eine gesteigerte Reizbarkeit, innerer Unruhe, Schwächegefühl, Schwitzen oder Kopfschmerzen. Damit es erst gar nicht zu einer bewegungsbedingten Hypoglykämie kommt, sollten Sie die Insulindosis reduzieren bzw. zusätzliche Kohlenhydrate einnehmen. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen vor, während und nach einer sportlichen Aktivität, ermöglichen es, die Regulierungsmaßnahmen zu kontrollieren.
Sport als vorbeugende Maßnahme für Typ 2 Diabetes
In einigen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass Menschen mit einer hohen Veranlagung einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, das Diabetesrisiko senken können, indem sie sich körperlich fit halten. So kann eine gesunde Lebensführung und kontinuierliche körperliche Betätigung, das Auftreten einer Diabeteserkrankung um viele Jahre hinauszögern. Darüber hinaus konnte bewiesen werden, dass 30 Minuten körperliche Bewegung am Tag, die Blutzuckerwerte ebenso die Blutdruck- und Blutfettwerte sinken lässt. Das Risiko eines Herzinfarkts wird ebenso minimiert.
Diabetes-Sportgruppen bieten einen guten Einstieg
Ein erster Schritt zu mehr körperlicher Bewegung sind Diabetes-Sportgruppen. Hier hat man die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten, unter kompetenter Anleitung durch ausgebildete Übungsleiter den Einstieg in ein moderates Bewegungsprogramm zu finden. Aber auch auf eigene Faust kann viel unternommen werden. So sind z.B. Ausdauersportarten, wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Laufen besonders gesund für die Lungen und das Herz-Kreislauf-System. Tägliche bewegungsintensive Haus- oder Gartenarbeit verbessern ebenso die körperliche Leistungsfähigkeit. Bestehen bereits Folgeerkrankungen, sollte der behandelnde Arzt befragt werden, welche körperliche Betätigung geeignet ist.
Grundsätzlich gilt: Regelmäßige körperliche Aktivität ist die Voraussetzung für ein möglichst langes und gesundes Leben.